Grüße aus dem Weserbergland
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Abbildung 93

„Der Sephirotische Baum“

Quelle: Porta Lucis, Augsburg, 1516 Autor: Paulus Ricius

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Um dem Leser eine allgemeine Vorstellung von der theoretischen Kabbala in Bezug auf die Sephiroth zu vermitteln schreibt Juda Halevi der etwa von 1038 bis 1140 lebte u. a. folgendes: Dieses Buch lehrt uns die Existenz des Einen Gottes, indem es uns zeigt, dass inmitten von Mannigfaltigkeit und Vielheit Harmonie und Einheit bestehen, die nur von dem Einen Zusammenfasser herrühren können… Er ist der Grund aller Dinge und Wesen, weil er der Stoff und die Gestalt der Welt ist. . . Das Ganze, Gott und die Welt, ist eine vollkommene Einheit. Ihr einigendes Band sind die zweiundzwanzig Buchstaben des hebräischen Alphabets und die ersten zehn Zahlen… Sie sind sichtbar gewordenes Denken und höher als alle Körper und Substanzen. Gottes Atem weht in den hebräischen Buchstaben, die Gleicherweise am Menschen wie an Gott teilhaben.

Die zehn Zahlen und ihre Namen sind:

  1. Kether = Krone, das ideelle Prinzip aller Wesenheiten; (Programm, Programmträger)

  2. Chokmah = Weisheit, das Prinzip des Lebens; (Erkennen durch Schaukraft)

  3. Binah = Einsicht, das Prinzip alles dessen, was Vernunft hat; (Verstehen, Verstand)

  4. Chesed = Mitleid, Liebe, das Urbild aller Güte; (Begehren, Empfindung, Gefühl)

  5. Geburah = Stärke, das Prinzip der Zuteilung von Lohn und Strafe; (Karman, Werkgesetz)

  6. Tiphereth = das Prinzip, dem alles Vollkommene zustrebt; (spannungslosester Zustand)

  7. Nisah = Sieg, dem das Dauernde und Bleibende gehorcht; (Bewegung, Ablauf, Zeit)

  8. Hod = Klarheit, Größe, Prinzip das zum Ruhme der höheren Wesen gehört; (gute Gesinnung)

  9. Jesod = Grund, das Prinzip alles dessen, was zu den niederen Wesen fließt; (böse Gesinnung)