Grüße aus dem Weserbergland
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Abbildung 159

Erzengel Michael“

Symbolisiert die Schwingung, die das Einswerden mit Gott herbeiführt.

Quelle: Luca Giordano (1634-1705), Kunsthistorisches Museum, Wien.

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Als Bezwinger des Satans ist Michael der Anführer der sieben Erzengel des Judentums und wird in der christlichen Kirche Heiliger Michael genannt. Der Name kommt aus dem Hebräischen und bedeutet: „Wer ist wie Gott". Wie Mithra besiegte er den aufständischen Erzengel Luzifer mit seinem Anhang. Damit sind Schwingungen im „Seelischen Getriebe“ gemeint, die allerlei gute und böse Begierden erwecken. Diese Schwingungen können durch Entlüstung bis auf einen Rest aufgehoben werden.

 

Die vollständige Stilllegung aller Bewusstseins-Schwingungen wird durch Nirodha erreicht. Der Name kommt von der Sanskritwurzel ni-rudh, anhalten, stilllegen. Dabei handelt es sich um einen unterbewussten Bewirker der alle anderen bezwingt bis Samadhi, die keimlose Einfaltung und damit die Einung mit dem Absoluten, eintritt. Michael symbolisiert diese Stilllegungs-Schwingung die direkt in Nirwana übergeht. Nirvana bedeutet im Vedanta das Eingehen in „brahman“, dem Absoluten als letzter Wirklichkeit.

 

Dabei gibt es zwei Varianten. Eine davon ist mit Rückfahrschein und die andere ohne. Die eine heißt die keimbehaftete Einfaltung und die andere die keimlose. Nur die keimlose führt zur Einung mit dem Merkmallosen, weil Keime, oder besser Programme, ja Merkmale sind. Daher können über den Zustand der sich nach der Einfaltung ohne Wiederkehr einstellt keine Aussagen gemacht werden. Weil die Adepten aber schon zu Buddhas Zeiten unbedingt wissen wollten wohin denn die Reise geht, gab er auf eine diesbezügliche Frage die Antwort: „Es gibt, ihr Mönche, ein nicht Geborenes, nicht Gewordenes, nicht Geschaffenes, nicht Entstandenes, darum lässt sich ein Entrinnen aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Entstandenen erkennen."

 

Über den Seinszustand aus dem man wiederkehrt berichten die Wiedergekehrten: „Es ist kein Leeres, sondern als Quelle und Tragmacht des Erscheinenden ein Erfülltes, überall alles Durchdringendes, allgegenwärtig Durchwirkendes“. Die Erfahrung die ein Yogin bei der keimbehafteten Einfaltung macht wird so beschrieben: „Wenn man durch Samadhi, die erlösende Schau, den Geist von allem Schmutz gewaschen hat und in das Selbst sich einsenkt, die Seligkeit, die einer dann erlangt, die malen keine Lieder aus, das muss man selbst in eigener Erfahrung fassen. Dann west der Seher, der „Ich-Bin“, ohne sein empirisches Ich in seiner selbsteigenen Wesensform“.

 

Das ist zwar das Ende der Suche nach sich selbst, aber nicht das Ende der Wiedergeburten. Erst wenn die Schwingungsenergien der Bewirker dieses Ich-Bin auch noch aufgelöst werden, kann sich „Vimukti“, die große Befreiung, einstellen und sich das Selbstexistierende mit dem „Ewig Einen“ einen. Das Mittel dazu ist Michael, die Stilllegungsschwingung. Durch sie lässt der Yogin auf der höchsten Bewusstseinsstufe die Schwingungsenergien aller noch vorhandenen Programme in den Urgrund zurückströmen. Dort neutralisieren sie sich wie die Bewegungsenergien des Flusswassers beim Einmünden in den Ozean. Genau wie das Wasser das vorher Fluss war dadurch nicht vernichtet wird, so wird auch das Sebstexistierende durch die Einung mit dem Absoluten nicht vernichtet. In beiden Fällen nur die bewegungsbedingte Form.