Grüße aus dem Weserbergland
 Grüße aus dem Weserbergland

Überschrift

 

Abbildung 177

Darstellung des Seelenwiegens“

Neues Reich, Louvre, Paris

Quelle: Privates Bildarchiv

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Symbolisch wird die Seele nach dem Tode gewogen. Ist sie leicht wie eine Feder, darf sie zur Himmelswelt aufsteigen. Ist sie schwer mit Schuld beladen, muss sie diese auf der Erde im Pflanzen-, Tier- oder Menschenreich sühnen.

 

Diese überlieferte Psychostasi beschreibt in symbolischen Bildern den Werdegang der Seele zwischen Tod und Wiedergeburt. Hat sie die Phase Fegefeuer - ein Zustand in dem sie ihre Begierden in Ermangelung eines stofflichen Körpers nicht befriedigen kann - durchlaufen, gelangt sie in die Halle des Wartens. Die Wissenden Altägyptens nannten sie Aanru und die Weisen Altindiens Devachan. Die Wörter bedeuten „Land vor der Wiedergeburt“.

 

Physikalisch handelt es sich dabei um ein schwingendes Feld, wo den Manen, den entkörperten Seelen, - die ja noch Schwingungspakete sind - durch das Resonanz- und Affinitätsprinzip die göttliche Gerechtigkeit gegeben wird. Das heißt, schon hier werden die Weichen für das Schicksal gestellt das der Seele bei der erneuten Wiedergeburt als Grundstein mit in die Wiege gelegt wird. Aanru befindet sich, vermutlich analog den Tierkreiszeichen, im Umfeld eines Lebensplaneten.

 

Wie der Garten in Eden ist dieses Feld von einer eisernen Einfriedung umgeben und in vierzehn Abteilungen geteilt. Dort wächst das Korn des Lebens sieben Ellen hoch. Mit Ellen sind hier, den sieben Sinnen entsprechend, die sieben Bewusstseinszustände Fühl-, Schmeck-, Riech-, Hör-, Seh-, Denk- und Schaubewusstsein gemeint. Wie Antennen sind den Sinnen in der materiellen Welt physische Sinnesorgane vorgeschaltet die in der Himmelswelt vermutlich nicht erforderlich sind. Zusammen also vierzehn.

 

Symbolbedeutung: Links die entkörperte Seele. In der Mitte die Waage, das Symbol für Gravitation. In der linken Waagschale das Programm der Seele, symbolisch das Herz des Toten. In der rechten Maat, das Symbol für die kosmische Ordnung. Unter ihrem linken Hebel der ibisköpfige Thot. Das Wort bedeutet Kollegium, Versammlung. Er symbolisiert den aus mehreren Elementen bestehenden Mechanismus der alles in die Seele einprogrammiert und wieder abruft.

 

Unter dem rechten Hebel der hundsköpfige Anubis, das Symbol für bewachen, suchen. Das Wort ist abgeleitet von ägyptisch „inpw“ und bedeutet Hund. Er wacht darüber, dass alles nach Recht und Gesetz verläuft und sucht den Keim der mit dem Programm der Seele auf einer Welle liegt. Ist das der Fall, wird sie dort hingezogen und die beiden verbinden sich. Physikalisch wird das, in Verbindung mit der Gravitation, vom Resonanz- und Affinitätsprinzip besorgt.

 

Rechts im Bild eine aus drei Teilen bestehende Figur. Im oberen Teil das von der Uräusschlange umschlossene feurige Sonnenauge, dem Symbol für die Ursache der Schaukraft. Im mittleren Teil der falkenköpfige Horus. Der Name leitet sich ab von „Harsiesis“, Isissohn. In der ägyptischen Mythologie ist er Gott des Lichtes und in der himmlischen Sphäre beheimatet. Physikalisch das Symbol für die individualisierte Schaukraft im Himmel, der oberen Welt, die daher auch „Haus des Horus" hieß. Im unteren Teil der „Unterleib Osiris" im weißen Beinkleid. Der Gott des Lebens und der Fortpflanzung hält in seinen Händen den Osiris- oder Dedpfeiler mit Krummstab und Geißel.

 

Der Dedpfeiler ist ein Symbol der Hieroglyphenschrift für Dauer und Beständigkeit. In der Symbolik die bildliche Darstellung der Wiedergeburt und seine Aufrichtung die der Wiederauferstehung. Die vier Unterteilungen am Kopfende symbolisieren die vier Daseinsebenen Götter-, Menschen-, Tier- und Pflanzenwelt die die Seele im Kreislauf der Wiedergeburten durchschreiten muss. Der Krummstab heißt auf altägyptisch „heka" und bedeutet herrschen. Die Geißel steht für Plage, Pein. Beides sind Insignien die zeigen, dass er der Herrscher über die untere Welt ist in der die Seele nur Plage, Pein und Tod erwarten. Weil der Tod dort gnadenlos und unerbittlich ein grausames Regiment führt, nannten die Weisen die materielle Welt - symbolisch die Erde – „Das Reich der Toten“. Dagegen war die Himmelswelt, die von körperlosen Seelen bewohnt wird, „Das Reich der Totlosen“.