Grüße aus dem Weserbergland
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Abbildung 176

Trismegistos – Meister der alchimistischen Kunst“

Quelle: Kupferstich aus J. Boissard, De Divinatione et Magicis, Oppenheim, o. Jz.

Urheber: Nicht bekannt

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Das nebenstehende Bild ist ein Rebus. Darin hat der Künstler in symbolischer Form sein Wissen über Entstehen und Vergehen von Weltsein und Leben eingearbeitet. Darum hält die Hauptfigur z. B. einen Globus in ihrer rechten Hand. Sie stellt den Gott „Hermes Trismegistos“ dar. Er galt in der Antike als der Meister der alchimistischen Philosophie. Deshalb nannten sich ihre Anhänger Hermeten. Hermes ist das griechische Wort für Herme. Ursprünglich ein Steinhaufen zur Wegemarkierung den man später durch eine Stele mit aufgesetztem Kopf ersetzte. Dieser Wegweiser führte die Reisenden sicher zum Ziel. Weil das Endziel der menschlichen Reise der Tod ist, wurde er zum Kultbild des bärtigen Wegegottes. Er geleitete die Seele in das dunkle Totenreich. Dort öffnete er jene Tore, die sie zu erneuter Geburt in einem Körper führten in dem sie für ihre Taten im vergangenen Leben entweder Lohn, oder Strafe empfangen konnte.

 

Dazu war ein geheimes göttliches Wissen erforderlich über das Hermes verfügte. Das machte ihn zum Götterboten und Gott der Wissenschaften. Später wurde Hermes vermenschlicht und verwandelte sich in einen mythischen König, der 3.226 Jahre regierte und 36.525 Bücher über die Prinzipien der Natur geschrieben hat. Das kann natürlich nicht sein und deshalb beziehen sich diese Zahlen wahrscheinlich auf den Jahreslauf im ägyptischen Mondkalender. In einem Jahr mit 365 Tagen fielen die Monatstage in einem 25jährigen Zyklus wieder auf den gleichen Tag. Das würde erklären, warum Clemens von Alexandrien um 200 n. Chr. nur 42 Bücher des Hermes gesehen hat, die bei feierlichen Prozessionen getragen wurden.