Grüße aus dem Weserbergland
 Grüße aus dem Weserbergland

Überschrift

Abbildung 147

Satan als Herr des Hexensabbats“

Quelle: Paul Christian, Historie de la magie, Paris, o. J.

Bildbearbeitung und Text,

Urheber: O. Jung

 

Hexensabbat oder Teufelstanz waren in früheren Zeiten regelmäßige nächtliche Treffen von Menschen die mit beliebigen Partnern ihre sexuellen Phantasien auslebten. Dass dabei geheimnisvolle Flüge und Begegnungen mit Engeln oder Dämonen stattfanden wird in vielen alten Mythen berichtet. Freilich haben sich die Hexen und Hexer nicht wirklich in die Luft erhoben, oder mit Dämonen und Teufeln verkehrt. Das alles ist nur sinnbildlich zu verstehen. Kein Mensch glaubt beispielsweise, dass sich Andrea Berg mit ihrem Partner zum Himmel aufschwang wenn sie singt: „Ich bin mit dir so hoch geflogen, doch der Himmel war besetzt“.

 

Diese früheren Sexualriten fanden an so genannten Hexentanzplätzen statt. Das waren geheime abgelegene Orte die nur Eingeweihte kannten. Dort war ein als Satan verkleideter Mann der Herr des Hexensabbats. Nach seinem Taktstock tanzten die Anwesenden im Taumel der Leidenschaften und die schönen Hexen ritten auf dem Besenstiel zum Gipfel des Bocksberg. Die heimlichen Treffen waren Überbleibsel von Bräuchen die älter waren als das Alte Testament. Adepten die sich daran beteiligten konnten selbstverständlich die Einung mit Gott niemals erreichen. Für sie galt: Bist du fromm, so bist du angesehen bei Gott, wenn nicht, so ruhet die Sünde vor deiner Tür.

 

Das Wort Sünde bedeutet sowohl im Griechischen, als auch im Hebräischen, „verfehlen eines Ziels“. Es ist vom assyrisch – babylonischen „Sin“ abgeleitet und bedeutet dort Mond. Sin war in der mesopotamischen Mythologie der Gott des Mondes. In den Überlieferungen ist unser Nachtgestirn immer das Symbol für die zu- und abnehmende Schaukraft des Sehers in der materiellen Welt. Wer sich von ihr lösen wollte, für den war alles Denken, Sagen und Tun das ihn an sie band eben Sünde, denn dadurch verfehlt er das große Ziel. Für Menschen die es nicht anstreben, weil sie gern in der doch so schönen Welt leben, sind die strengen Regeln nicht aufgestellt. Darum fragte Marlene Dietrich mit Recht: „Kann denn Liebe Sünde sein?“, und gesteht: „Lieber will ich sündigen mal, als ohne Liebe sein!“

 

Wer der gleichen Ansicht ist sollte aber in einer stillen Stunde zumindest darüber nachdenken, warum die Meister ihren Schülern sagten: „Glaube nicht, dass Lust jemals gesättigt werden kann, indem man ihr nachgibt oder sie zu sättigen trachtet. Solches ist ein Wahn, vom Herrn der Täuschung (dem Verstand) eingeflüstert. Wird Laster genährt, dann dehnt es sich aus und erstarkt, gleich dem Wurme, der sich vom Herzen der Blüte nährt. Es wird schlimme Formen annehmen und dich hinabziehen. Deine Gedanken werden sich in eine Feindesmacht verwandeln, die dich als gefangenen Sklaven davon schleppt.

(Alles was dem Menschen Lust verschafft, davon wird er abhängig, denn er will ja diese Lust immer wieder verspüren. Dafür muss er Opfer bringen und Dinge tun, die er ohne diese Gier nach Lust niemals tun würde. Das macht ihn aus der Sich der Weisen unfrei und daher zum Sklaven.)

 

Siehe! Du bist der Licht geworden Ton (erkennende Schwingung in der Himmelsluft, dem Äther). Du bist dein Meister und dein Gott. Du Selbst bist das Ziel deines Suchens: die immer tönende Stimme, die da klingt von Ewigkeit zu Ewigkeit, frei allen Wandels, aller Sünde frei, die sieben Töne (sieben Sinne) in einem! Säe gute Taten und du wirst ihre Früchte ernten. In der Vollendung aller Erkenntnis ruhen unter dem Baum der Erleuchtung. Wisse, dann bist du Meister der Göttlichen Einheit, des Zustandes der makellosen Schau.

 

Du Sollst dich nicht des Tuns enthalten. Nicht dadurch wird deine Seele Freiheit gewinnen. Um Vollendung zu erlangen musst du Selbsterkenntnis erringen, Selbsterkenntnis ist das Kind von Taten. Habe Geduld wie einer der kein Misslingen fürchtet und keinen Erfolg erstrebt. Halte deiner Seele Blick fest auf den Stern geheftet, dessen Strahl du bist, den flammenden Stern, der in den lichtlosen Tiefen des Immerseinenden leuchtet, in den grenzenlosen Gefilden des Unerkannten. Habe Ausdauer, wie einer, der für alle Zeiten ausharren wird. Deine Schatten (die physischen Körper) leben und vergehen, das in dir, was für immer leben wird, das in dir, was erkennt, weil es Erkenntnis ist, gehört nicht dem flüchtigen Leben an: dieses ist der wahre Mensch, der war, der ist und der sein wird, dessen Stunde niemals schlagen wird.“

 

Den anderen Menschen, die wie die „Amigos“ sangen: „Lasst uns leben wie ein Feuerwerk…!“ , rieten sie: „Willst du süßen Frieden und Ruhe gewinnen, dann säe den Samen von Verdiensten der Nächstenliebe auf die Felder künftiger Ernte. Ertrage die Leiden irdischer Geburt. Denn im Guten wie im Bösen unterliegt alles in der Welt dem gnadenlosen Gesetz von „Ursache = Wirkung = Rückwirkung“ das der Budha so formulierte: „Wer die Entstehung aus Ursachen merkt, der merkt die Wahrheit. Wer die Wahrheit merkt, der merkt die Entstehung aus Ursachen. Aus Ursachen sind sie aber entstanden, die Gruppen des Anhaftens in dieser Welt und an diese Welt.“

 

Jeder ist also selbst seines Glückes oder Unglückes Schmied. Darum ist es in allen Lebenslagen nicht gleichgültig was man denkt, sagt und tut. Wer nicht so recht wusste was letztendlich für ihn gut oder schlecht ist, dem gaben die Wissenden den Rat: „Was du nicht willst, das man dir antut, das füge auch keinem anderen zu!“, und den der Stifter der christlichen Religion auf den kurzen Nenner brachte: „Liebe dein Nächstes und deinen Nächsten wie dich selbst.“

 

Denn nichts in dieser Welt ist umsonst zu haben. Alles hat seinen Preis der früher oder später vom Schicksal eingefordert wird. Es sind nicht immer nur die anderen die durch ihre falschen Verhaltensweisen abhängig und sterbenskrank werden, oder im nächsten Leben als Schlachttiere dafür sorgen, dass ein anständiges Schnitzel auf den Teller kommt. Die als Menschen an Orten wiedergeboren werden wo sie im Kugel- oder Bombenhagelhagel ihre Habe, ihre Verwandten und Freunde, ihre körperliche Unversehrtheit oder ihr Leben verlieren, wenn sie nicht schon im Kindesalter verhungert sind. Das sind wir alle irgendwann selbst!

 

Und warum das alles? Weil wir im jetzigen oder in unseren Vorleben wegen augenblicklicher Vorteile oder eines kurzen Lustgefühls die Weichen falsch gestellt haben. Vielleicht aus Unwissenheit, oder in dem Glauben, dass unser Tun keine so weit reichenden Folgen haben kann, weil nach dem Tode ja alles vorbei ist. Aber gerade gegen das letztere wendet nicht nur die Kabbala ein: „Nichts geht in der Welt verloren, nicht einmal der Hauch, der aus dem Munde kommt. Wie alles andere, so hat auch er seinen Platz und seine Bestimmung, und der Heilige Gebenedeite lässt ihn an seinen Werken mitwirken. Nichts fällt ins Leere, auch nicht die Laute und Worte des Menschen oder seine Taten, sondern alles hat seinen Platz und seine Bestimmung im Guten wie im Bösen.“