Grüße aus dem Weserbergland
 Grüße aus dem Weserbergland

Überschrift

Abbildung 146

Symbole für das Sehende“

Links: "Pfauenmännchen in der Retorte".

Berliner Kupferstichkabinett, Bilderhandschrift um 1500

Mitte oben: "Rose in der Retorte der Alchimisten".

Aus Abbé de Vallemont „Curiositez de la nature et del l’art“ , Brüssel 1715.

Mitte unten: "Das flammende Herz" mit dem Tetragrammaton.

Jakob Böhme, „Libri apologetitic“, 1764.

Rechts oben: "Standbild einer Sphinx".

Standort, Urheber und Quelle nicht bekannt.

Rechts unten: Die "ägyptische Göttin Bastet".

Skulptur im Roemer- u. Pelizaeus-Museum, Hildesheim.

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

Nicht überall ist der Fisch das Symbol für das „Ich“. In den einzelnen Kulturkreisen und Epochen wurden häufig andere verwendet. Das hing davon ab, welche seiner Eigenschaften man damit betonen wollte. Bei den Alchimisten war z. B. das Pfauenmännchen mit seinem metallisch schillernden Prachtgefieder und der Federkrone in Mode. Seine mit vielen Augenflecken verzierte lange Schwanzschleppe die es zu einem Rad aufrichten kann, war für sie ein beliebtes Sinnbild. Die Retorte steht für den körperlichen Organismus in dem sich der Ich-Thys entfaltet und durch den er die Welt sieht. Das eröffnet ihm die Möglichkeit das grobe Materielle vom feinen Immateriellen wie in einem Destilliergefäß zu trennen um sich mit dem Einen zu einen. Die „Rosenkreuzer“ bevorzugten die sich ein- und ausfaltende Rose. Sie suchten nach der Süße des Absoluten, wie die Bienen nach dem Honig.

Als ein lebendiges „Bilderschriftzeichen“ war das entsprechende Symbol bei den Ägyptern die Katze. Das hat seinen Grund in der einfachen Tatsache, dass die Katze im Dunkeln sehr gut sieht und ihre Pupillen sich wie bei einem pulsierenden Feld von Innen nach Außen vergrößern. Dabei werden sie kreisrund und leuchten. Verkleinern sie sich wieder von Außen nach Innen bilden die Öffnungen einen senkrechten Schlitz der an die englische Schreibweise „Ich“ erinnert. Dann spiegelt sich die Welt in ihren grau-grünen Augen wie die Bewusstseinswelt im Spiegel der Seele. Das Wort Katze bedeutet im Ägyptischen „mau“ der Seher, von mau das Sehen. Der Löwe als Großkatze mit Löwenleib und Menschenkopf bringt mehr die kämpferische ichbezogene, nach Macht strebende Eigenschaft des Sehers zum Ausdruck. Die harmlosere Bastet die Eitelkeit.