Grüße aus dem Weserbergland
 Grüße aus dem Weserbergland

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Abbildung 136

Ägyptische Göttinnen“

Links: Die Hathorkuh an der Bergwand des Westens (Brit. Museum.)

Rechts: Nut mit den Göttern Schu, Chnum und Geb

Quelle: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Diese beiden Bilder sind eine symbolische Darstellung der Seelen im Kreislauf der Wiedergeburten zwischen Himmel und Erde. Links die „Göttin Bat“, von Ba = Seele. In der Symbolik die Weltseele. Ein alles erfüllendes, durchströmendes, verbindendes, homogenes Element aus den Tiefen des Raumes, der als „Atem“ einer göttlichen Quelle entströmt. Mit Atem ist hier auch der Superpulsar der Weltschöpfung gemeint der im Sinnbild beim Weltwerden vom Absoluten ausgeatmet und beim Vergehen der Welt wieder eingeatmet wird.

Bat ist direkt aus der Himmelskuh Methyer hervorgegangen. Deshalb befindet sich ihre Hieroglyphe, die sitzende Frau, unter ihrem Euter. Sie ist das Sinnbild für die erste Veränderung der Urwasser Akascha wenn sich daraus der Äther bildet. Dann beginnt der Prozess, der die noch nicht differenzierte Schaukraft ins Dasein hebt. Symbolisch wenn Brahma erwacht und sein erstes Gesicht zeigt, die Morgendämmerung des Weltentages.

In den Pyramidentexten wird Bat als die „Göttin mit den zwei Gesichter“ bezeichnet weil in ihr noch Himmel und Erde vereint sind wie Butter und Quark in der Milch. Auf diesem Bilderrätsel ist sie als Kuhkopf mit Uzatauge, Kuhgehörn und geflügelter Sonnenscheibe abgebildet. Die zwei Schwingen stehen für die Schaukraft erzeugenden Schwingungen in Himmel und Erde. Die Papyrusstauden in denen die Göttin versteckt ist deuten auf die Papyri hin. Damit sind die überlieferten Texte gemeint in denen sie zu finden ist. In Altägypten schrieb man Wichtiges auf Papyrus, dem Beschreibstoff der Schriftkultur des Altertums.

Rechts: In der Mitte Schu. Der Name bedeutet „Leere, die Luft ist“. Sie wirkt, belebt und trägt als Medium die Schwingungen der Himmelswelt. Darum ist einer seiner Beinamen, „Der den Himmel trägt“. Geschaffen wurde Schu vom Allherrn und Allerzeuger Atum; und zwar von der „Geistkraft seines Herzens“. Atum, der Superpulsar der Weltschöpfung, wurde von Methyer, der Urflut Akascha, ausgeatmet oder ausgehustet. Physikalisch ist damit der Zeitpunkt gemeint, wenn die gewaltige Pulsschwingung „inmitten der Urwasser wie eine Quelle hervorbricht“ und während der Expansionsphase den Äther erzeugt.

Oben: Nut, die „Göttin Himmel“. Ihr Name ist ein altes Wort für Himmel, den sie verkörpert. Geneigt, mit dem Kopf nach Westen, Füße und Fingerspitzen die Erde berührend, spannt sie sich über sie. Das war nicht immer so. Am Anfang der Weltwerdung waren Nut und Geb wie Zwillinge in der Gebärmutter von Bat vereint. Später trennten sie sich dann wie Sahne und Magermilch beim Zentrifugieren. In diesem Gleichnis steht die Milch die beide enthielt für Akascha, die Sahne für den Äther, die Magermilch für den Ether und die Zentrifuge für den Superpulsar der Weltschöpfung. Wie aus der Sahne Butterklümpchen, so werden aus dem Äther Seelen und wie aus der Magermilch Quarkteilchen, so werden aus dem Ether Materieteilchen.

Nut wird die „Eine mit tausend Seelen“ genannt. Die Seelen die ohne Sünde sind steigen an ihren Beinen im Ether auf wie Luftblasen vom Grund eines sehr tiefen Ozeans, gehen in ihre Scheide ein und werden als Götter in Nut wiedergeboren. Aber auch im Himmel gibt es die Möglichkeit zu sündigen. Jene die davon reichlich Gebrauch machen speit sie wieder aus und sie fallen, nun wieder schwer wie ein Stein, durch den großen Druck im Ether geschrumpft, mikroskopisch klein, ohne Bewusstsein, als „Samen-Manus“ wieder in die materielle Welt. Dort werden sie ihrem Karma entsprechend wiedergeboren. Manus sind die Selbstexistierenden, die unsterblichen Egos als Programmträger. Programmiert heißen sie „Seelen“, entprogrammiert einen sie sich mit dem „Absoluten“.

Unten Geb, der „Gott Erde“. Sein Name ist die ägyptische Bezeichnung für Erde, dem Symbol für die materielle Welt. Als ein Grundelement des Kosmos, dem Ether, verkörpert Geb sie schlechthin. Sein Leib ist überall mit der Feder der Göttin Maat übersät. Das Wort Maat bedeutet „Ursache - Wirkung“. Daher ist sie das Symbol für dieses Gesetz und für das Karma das ja diesem Gesetz gehorcht.

Die Feder steht für den sündelosesten Zustand. Das anzustrebende Ziel der in die Materie verstrickten Seelen. Obwohl Geb an der Weltschöpfung teil hat, spielt er in den Überlieferungen keine große Rolle. Für ihre geistigen Urheber war nur das „Erkennende“ von Interesse. Das Erkennbare war Nebensache.