Grüße aus dem Weserbergland
 Grüße aus dem Weserbergland

Teil IV: Der Raum – Die ewige Grundlage 

Attribute, Eigenschaften, Dimensionen.

 

Die Welt - ein schwingendes Feld

Befreit man die Überlieferungen vom Märchenhaften der Erzählungen und fasst den Sachverhalt kurz zusammen der ihnen als Kernwahrheit innewohnt, ergibt sich folgendes Bild: Vor unvordenklichen Zeiten gab es weise Männer die ein physikalisches Wissen besaßen, das weit über den augenblicklichen Stand unserer modernen Wissenschaft hinausgeht. Dabei geht es in erster Linie um Ursache, Grundlage und Sinn von Weltsein und Leben.

 

Um dieses Wissen über große Zeiträume für aufrecht Suchende zu erhalten, haben sie es in einer Symbolik hinterlassen, die erst durch eine ganz bestimmte Deutungsart ihren wahren Sinngehalt offenbart. Bringt man diesen Sinngehalt in ihrer Sprache auf einen sehr kurzen Nenner, könnte man formulieren „die Welt ist die „gewellte“ Seinsweise einer ewigen Grundlage“ und mit unserem physikalischen Vokabular „die Welt, mit allem was sie enthält, ist nur ein schwingendes Feld“.

Abbildung 95             Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung
 

Wer auch immer wissen möchte wie die Welt entstand, muss zuerst herausfinden aus welchem Grundstoff sie besteht. Unsere materialistisch ausgerichtete Wissenschaft sucht daher nach letzten, kleinsten, unteilbaren, festen Teilchen, denen ihrer Meinung nach alle das Universum auf- und abbauenden Eigenschaften innewohnen. Obwohl sie das mit großem technischem und finanziellem Aufwand tut, - bisher vergebens. Das liegt sicher nicht am Schwierigkeitsgrad des Problems, sondern an ihrer Ausgangs-Situation. Die Frage nach dem letzten Baustein unserer Welt, die sie in all ihren Forschungen zu beantworten sucht, ist falsch gestellt. Diese falsche Fragestellung hat in eine Sackgasse geführt.

 

Das Testament des Eremiten

Wie das gemeint ist, soll folgendes Gleichnis zeigen: „Vor langer Zeit lebte auf einer einsamen bewaldeten Insel ein seltsamer Eremit. Das Schicksal hatte ihm übel mitgespielt, denn ihm fehlte ein Auge und ein Bein. Über der leeren Augenhöhle trug er stets eine schwarze Binde und den soliden Stock, der das fehlende Bein ersetzte, unterstützte er beim Gehen mit zwei stabilen Krücken. Weil er die Insel gekauft hatte und niemand wusste woher er gekommen war, wähnte man, dass es sich bei ihm um einen gefürchteten Seeräuber handele, der früher einmal bei seinen Raubzügen die Weltmeere unsicher machte.

Er lebte auf seiner Einsiedelei sehr zurückgezogen und kam nur ans Festland um sich mit dem Allernötigsten zu versorgen. Bei diesen Gelegenheiten war er zwar wortkarg, hatte aber für unschuldig in Not geratene Menschen nicht nur ein offenes Ohr, sondern half ihnen auch mit großzügigen Geldspenden. Das machte ihn bei den Einheimischen sehr beliebt und man wartete immer sehnsüchtig auf sein regelmäßiges Erscheinen. Als er eines Tages nicht wie erwartet kam, fuhr man zur Insel und fand ihn tot in seiner einfachen Hütte. Auf dem groben Holztisch lag ein Blatt Papier auf dem er verfügt hatte, dass seine Insel und der sich darauf befindliche Schatz dem gehören sollte, der den Schatz als Erster findet.

Sofort begaben sich alle mit Hacke und Spaten auf die Insel und gruben den Boden um weil sie glaubten, dass es sich bei dem Schatz um Geld, Gold und Perlen handele das der Verblichene in einer Schatztruhe irgendwo vergraben hatte. Aber wie sie sich auch mühten, ihre Suche blieb erfolglos. Ein durchreisender Zimmermann, der vom Testament des Alten und der erfolglosen Schatzsuche hörte, besah sich die mit herrlichen alten Bäumen bewachsene Insel und sagte zu sich: Wohl an, der Alte sagte die Wahrheit. Diese Insel birgt in der Tat einen großen Schatz. Alsbald begann er damit, die stattlichen Bäume zu fällen um sie zu Brettern und Balken zu verarbeiten.

Abbildung 96.              Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

 

Nachdem die Schatzsucher nun auch unter den Baumwurzeln gegraben hatten, ließ er die gerodeten Baumstümpfe verbrennen und baute auf dem gewonnenen Ackerboden allerlei Feldfrüchte an. Durch den Erlös aus dem Holz und dem Ackerbau war er bald der reichste Mann weit und breit. Das hielt die Leute aber nicht davon ab, mit immer raffinierteren technischen Geräten weiterhin nach der vergrabenen Schatztruhe zu suchen. Niemand konnte sie davon überzeugen, dass sie von einer falschen Annahme ausgehen und Hacke und Spaten in diesem Falle zum reich werden ungeeignet sind.

 

Befinden sich unsere Wissenschaftler bei ihrer Suche nach Sinn und Ursache von Weltsein und Leben nicht in einer ähnlichen Lage? Meiner Meinung nach sind die unentwegten Versuche die Materie immer weiter zu zerlegen um das Rätsel des Kosmos zu lösen zum Scheitern verurteilt. Ein letztes, unteilbares, festes, kleinstes Teilchen kann nicht die Grundlage der Welt sein, weil von einem starren festen Körper kein Prozess ausgehen kann. Ohne Elastizität und zwei gegeneinander wirkende Kräfte ist das unmöglich. Außerdem müsste er ja ebenfalls aus einem Grundstoff bestehen und um herauszufinden um was es sich dabei handelt, wären neue Untersuchungen erforderlich.

 

Teilchen sind Wellen und Wellen sind Teilchen

 

Was unsere Forscher aber bei ihren bisherigen Bemühungen entdeckten, ist der so genannte „Welle Teilchen Dualismus“. Er besagt, dass Teilchen Wellen sind und Wellen Teilchen. Allerdings können sie nicht sagen was z. B. bei den Elektromagnetischen Wellen schwingt. Für sie gibt es ja für diese Schwingungen seit Einstein weder im Mikro- noch im Makrokosmos ein feinstoffliches, elastisches Trägermedium. Sie gehen davon aus, dass es Teilchen sind, die da in sich schwingen wie eine angestoßene Spiralfeder. Die schwingt aber nur weil sie elastisch ist und zwei gegeneinander wirkende Kräfte dieses Schwingen aufrechterhalten. Wie sich die Teilchenforscher das vorstellen und welche Kräfte das beim Objekt ihrer Suche bewirken konnte ich bisher nicht herausfinden.

 

Nur soviel, dass die Frage ob das Licht sich als Welle oder Teilchen ausbreitet sehr alt ist und bis heute kontrovers diskutiert wird. Christiaan Huygens plädierte seinerzeit für Welle. Um zu belegen, dass sich das Licht als Welle ausbreitet, entwickelte er 1678 das nach ihm benannte „Huygenssche Prinzip“. Sir Isaac Newton entschied sich 1687 für Teilchen. Beide brachten mit ihren jeweiligen Argumenten Wissenschaftler auf ihre Seite.

 

Das hat seinen Grund in verschiedenen Experimenten. Der Ausgang der einen lässt sich besser mit dem Teilchenmodell erklären und die Ergebnisse der anderen eher mit dem Wellenmodell. Darum formulierte ein Physiker das Dilemma resigniert so: „Montag, Mittwoch und Freitag ist das Licht eine Welle, Dienstag, Donnerstag und Samstag ist es ein Teilchen und am Sonntag ruht es.“

 

Einstein favorisierte die Teilchentheorie. Dennoch sagte er 1917: „Den Rest meines Lebens werde ich darüber nachdenken, was Licht ist!“ Und 1951: „Fünfzig Jahre intensiven Nachdenkens haben mich der Antwort „Was ist Licht?“ nicht näher gebracht.“

 

Niels Bohr (1885 – 1962) war sicher: „Wenn mir Einstein ein Radiotelegramm schickt, er habe nun die Teilchennatur des Lichtes endgültig bewiesen, so kommt das Telegramm nur an, weil das Licht eine Welle ist.“

 

Auch Thomas Young lehnte die von Isaak Newton eingeführte Teilchentheorie des Lichts ab. Er vertrat den Standpunkt, dass Licht, so wie der Schall, aus Wellen bestehen müsse. Das wollte er schon recht früh mit einem einfachen Experiment beweisen. Wenn seine Hypothese richtig ist, so schlussfolgerte er, dann müssten sich mit Licht ähnliche Interferenzbilder erzeugen lassen, wie sie für Wasserwellen charakteristisch sind. Handelte es sich beim Licht aber um einen Teilchenstrom bildet sich keine Interferenz.

Abbildung 97         Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

Warum das so ist liegt an einem grundlegenden Unterschied zwischen beiden Modellen. Die Anhänger des Teilchenmodells gehen davon aus, dass dasselbe Teichen am Endpunkt ankommt das am Ausgangspunkt gestartet ist. Das ist bei einer Welle anders. Sie stellt einen Transportvorgang dar, bei dem sich nur Bewegungsenergie und Information durch das Medium fortpflanzt das die Welle trägt. Das auf und nieder wippende Material bleibt immer am selben Ort. Es gibt die Impulse nur an seine unmittelbare Umgebung weiter wie bei einer Stafette oder dem Dominoeffekt. In beiden Fällen bewältigt der Beginnende nicht die ganze Strecke. Daher kommt nicht er am Endpunkt an, sondern nur das was er seinem Nachbarn übergibt und dann immer weitergereicht wird.

 

Die anschaulichsten Beispiele dafür sind wohl die vom Wind verursachten Wellen, die über ein Gras- oder Getreidefeld hinweglaufen und jene die sich auf der Wasseroberfläche eines Teiches ausbreiten. Werfen wir einen Stein in das ruhende Wasser wird es an der Aufschlagstelle aus dem Gleichgewicht gebracht weil der Stein die von ihm erfassten Wasserteilchen nach unten drückt. Ist der Stein untergetaucht, bewegt sich der Wasserteilchenverband an der betreffenden Stelle wieder nach oben. Weil ihm der Stein mehr Bewegungsenergie zugeführt hat als für den Rückweg erforderlich ist, schwingt er infolge der ihm innewohnenden Trägheit über die Höhe des Wasserspiegels hinaus. Anschließend fällt er aus demselben Grund wieder unter das Niveau der Wasseroberfläche zurück. Das wiederholt sich solange, bis die Schwingungsenergie durch den Reibungswiderstand des angrenzenden Wassers aufgebraucht ist. Dann hört das auf und nieder Schwingen auf.

 

Das schwingende Wasser an der Eintauchstelle des Steins regt jedoch die Wasserteilchen in seiner Nachbarschaft ebenfalls zum Auf- und Niederschwingen an. Dies geschieht infolge des elastischen Verbands den das Wasser als Ganzes darstellt. Die Schwingungen des Wassers an der einen erregten Stelle werden also infolge des elastischen Zusammenhangs der gesamten Wassermenge auf die Nachbarschaft des ursprünglichen Punktes übertragen. Dabei ist die Geschwindigkeit mit der dies geschieht durch die elastischen Eigenschaften des Wassers festgelegt. Sie ist erheblich größer als die Geschwindigkeit der schwingenden Wasserteilchen.

 

Diese Ausbreitungsart von Bewegungsenergie und Information kann man sehr anschaulich beobachten wenn Wind über ein Gras- oder Getreidefeld weht. Zuerst regt er die Halme zum Hin- und Herschwingen an die auf der Windseite stehen. Wie beim Dominoeffekt wird das auf die benachbarten Halme übertragen und breitet sich in Windrichtung über das ganze Feld aus. Auch hier wird keine Materie vom Anfangs- bis zum Endpunkt transportiert, sondern nur die vom Wind verursachte Störung des Gleichgewichts. Die im Boden verwurzelten Halme rühren sich nicht von der Stelle. Alles was sich auf die eben beschriebene Art ausbreitet ist physikalisch eine Welle. Nach Ansicht einiger Forscher auch das Licht.

 

Nach Meinung anderer besteht Licht aus Partikeln die keine Masse aufweisen. Im Freiraum treten sie nicht in Erscheinung, äußern aber eine Massewirkung wenn sie auf andere Materie treffen. Wechselwirken sie mit unserer Netzhaut, nehmen wir sie in verschiedenen Frequenzen als Farben wahr. Ihre Befürworter nennen sie Photonen. Dabei soll es sich um ein punktförmiges Gebilde handeln das die gigantischen Räume zwischen den Galaxien durcheilt ohne dabei durch die darin enthaltene dünn verteilte Materie abgebremst zu werden.

 

Aus dieser Sicht sind auch die allerkleinsten Lichtquellen und die Sender von Elektromagnetischen Wellen Teilchenschleudern die wie ein Maschinengewehr Geschosse abfeuern. Warum diese Geschosse in unterschiedlichen Frequenzen schwingen und aus was sie letztlich bestehen ist trotz intensiver Forschung bis heute ein Geheimnis. Auch wie es die masselosen Teilchen schaffen Bewegungsenergie aufzunehmen und die vielen unterschiedlichen Informationen zu transportieren bleibt im Dunkeln.

 

Als Thomas Young sein Doppelspalt – Experiment vorführte um die Natur des Lichts ein für allemal zu klären, war man bei der Royal Society über das Ergebnis nicht begeistert. Auf einem Schirm waren deutlich Interferenzstreifen zu sehen. Für seinen Versuch benutzte Young nämlich zwei dünne Spalte, die von einer Quelle beleuchtet wurden. Dahinter hatte er in einiger Entfernung einen Schirm platziert. Auf ihm erhielt er 1803 zum ersten Mal eine Reihe von Interferenzstreifen. Nach der Teilchentheorie sollten sich dort nur die Spalte abbilden.

 

Interferenz tritt immer dort auf, wo sich zwei identische Wellenzüge überlagern die eine unterschiedlich lange Wegstrecke zurück gelegt haben wenn sie aufeinander treffen oder sich seitlich durchdringen. Dann bildet sich ein entsprechendes Interferenzmuster. Um ein eindeutiges Ergebnis zu erhalten brauchte er zwei völlig identische Wellenzüge die, durch einen Abstand getrennt, auf gleicher Höhe zum selben Zeitpunkt starten.

 

Das realisierte er indem er zwei gleichgroße Spalte in einer lichtundurchlässigen Wand durch eine Quelle beleuchtete. Dadurch erhielt er auf der Schattenseite der Wand zwei absolut identische Lichtquellen die die Form der Spalte hatten. Von hier viel das von ihnen ausgesandte Licht auf einen Schirm. Der war in einiger Entfernung parallel zur Wand aufgestellt.

 

Sendet nun die ursprüngliche Lichtquelle einen Teilchenstrom aus, würden die Teilchen die Spalten geradlinig durcheilen und deren Formen auf dem sonst dunklen Schirm abbilden. Darum müssten darauf nur die Abbilder der beiden Spalte zu sehen sein. Das wurde von den Anhängern der Teilchentheorie auch erwartet.

Abbildung 98.          Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

Breitet sich das Licht aber von der Lampe bis zu den Spalten als Welle aus, wird der allergrößte Teil von der Wand reflektiert. Nur der Teil der auf die Spalte trifft wird auf der Rückseite jeweils zu einer eigenständigen Lichtquelle die nach allen Seiten Wellenzüge aussendet. Zwischen beiden Spalten treffen sie sich auf halbem Wege wie Ringe die man übereinander schiebt, durchdringen sich und erzeugen auf dem Schirm ein entsprechendes Interferenzmuster. Weil bei Youngs Versuchen immer solche Interferenzmuster erschienen, war das der Beweis für die Wellennatur des Lichts.

Abbildung 99           Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

 

Um diesen unerwünschten Beweis zu erschüttern, modifizierten die Anhänger der Teilchentheorie den Versuch. Sie drosselten den Teilchenstrom den die Lichtquelle ihrer Meinung nach aussendet solange, bis nacheinander nur noch einzelne Lichtteilchen die jeweiligen Spalte passieren. Dann war zu erwarten, dass sie auf dem Schirm den Doppelspalt als Einschlagsbild erzeugen, als hätte man mit einem Gewehr auf entsprechend größere Spalte geschossen. Doch so oft man diese Versuche durchführte, immer zeichnete sich nach ausreichender Anzahl von Lichtteilchen, oder richtiger Wellenzügen, das typische, vielstreifige Interferenzmuster auf dem Schirm ab.

 

Dennoch gaben die Korpuskelanhänger nicht auf. Sie rätseln bis heute wie es möglich ist, dass an einem Doppelspalt aus Teilchen Wellen werden. Das Argument, dass hinter den Spalten nur das rauskommt was vorne eintrat lassen sie nicht gelten. Seit der Fehlinterpretation des Michelson-Experiments und Einsteins Schummelei bei der Relativitätstheorie gibt es ja in ihrem Weltbild für die Lichtwellen kein Trägermedium. Folglich kann das Licht zwischen Lichtquelle und Spalte auch keine Welle sein. Darum gehen sie davon aus, dass die Lichtquelle Lichtteilchen aussendet die dann beim Durchqueren der Spalte zu Wellen werden.

 

Zwar kannten die Wissenschaftler des Planeten der Ufonauten, die seinerzeit den Menschen ihre Erkenntnisse vermittelten, den Welle Teilchen Dualismus ebenfalls. Sie gingen aber nicht davon aus, dass sich materielle Teilchen manchmal wie Wellen verhalten. Sie waren sicher, dass bestimmte Wellen sich aufgrund ihrer bewegungsbedingten Trägheit wie materielle Teilchen benehmen und durch ihre Wechselbeziehungen die materielle Welt ausmachen. Solche Wellen sind wirbelnde oder pulsierende Felder die zu einer Ortsänderung erst gezwungen werden müssen. Wie schwer es ist sie auf große Geschwindigkeiten zu bringen führt uns der gigantische Energieverbrauch in den Ringbeschleunigern drastisch vor Augen.

 

Nach dem Weltbild der Überlieferer besteht die Welt nur aus Wellen. Darum war für sie ein feinstofflicher, immaterieller, elastischer Schwingungsträger der Grundstoff der Welt. Diese universal ausgebreitete plastische Essenz erfüllt nicht nur den unendlichen Raum, sondern ist in einem Sinne der Raum selbst.

 

Der Raum – das ewig „Eine“

Nach ihren Aussagen ist dieser universale Resonanzboden der Urgrund des Daseins. Die Wurzel von allem, die Urmaterie, die Universalseele, das Mysterium Magnum, in das die Formen eingeprägt sind, die wir Welt nennen. Er wird in den indischen Überlieferungen „Akascha“ genannt und in den Kommentaren mit “Unendlicher Raum“ übersetzt. Ihm unterstellten die Eingeweihten vier Attribute und drei Eigenschaften.

Um was es sich bei den vier Attributen handelt erfahren wir durch die ägyptische Überlieferung und die indischen Weisen hinterließen uns, was es mit den drei Eigenschaften auf sich hat. In den meisten alten Schriften wird mehr oder weniger verschlüsselt mitgeteilt, dass alles Sein aus diesen „Großen Sieben“ hervorgeht. Ihr Symbol ist das Siebengestirn, der Große Wagen. Als Ursache der Ursachen bilden diese Sieben eine untrennbare Einheit auf die sich alles zurückführen lässt. In den alten Schriften wird sie der oder das „Eine“ genannt.

Was damit gemeint ist, verrät uns der esoterische Senzar Katechismus. Auf die Frage: „Was ist das, welches war, ist und sein wird, ob da ein Universum ist oder nicht, ob da Götter sind oder nicht?“ gibt er die Antwort „Der Raum“! Auch der okkulte Katechismus fragt ähnliches: „Was ist das, das immer ist? „Raum“, das ewig Elternlose! Was ist das, das immer war? Der Keim in der Wurzel! Was ist das, das immer kommt und geht? Der große „Atem“! Dann gibt es drei Ewige? Nein, die drei sind eines! Das, das immer ist, ist eines, das, das immer war, ist eines, das, das immer seiend und werdend ist, ist auch eines: und dieses ist „Raum!“

Diesem alles umfassenden und ursachelosen Raum schrieben die Priester Altägyptens vier Attribute zu. Damit meinten sie vier verschiedene Anschauungsformen, unter denen man den Raum betrachten kann. Er hat sozusagen vier unterschiedliche Gesichter. Das erfahren wir aus einigen historischen Texten, die man bei der Stadt Aschmunen, früher Schmun - die Acht - gefunden hat. Die Texte nennen sie „Hehu“ und schreiben ihnen die Rolle von „Himmelsstützen“ zu. Sie weisen unmissverständlich darauf hin, dass es sich bei den vier Hehus um Vorfahren aus Urzeiten handelt. Diese vier Wesenheiten, die sich schließlich, entsprechend den beiden einander entgegengesetzten Welten Himmel und Erde, in vier Paare, ein weibliches auf ein männliches, aufteilen, sind:

1. Amun und Amaunet, das was verborgen ist,
2. Heh und Hehet, die räumliche Unendlichkeit,
3. Keh und Keket, das Leere, und
4. Nun und Naunet, die Urwasser.

Diese „Achtheit“, wie die vier Paare von den Ägyptern seinerzeit genannt wurden, waren ihrer Meinung nach in einem unauflöslichen Körper vereint und bildeten eine einzige Gottheit. Mit dieser Gottheit identifizierten die Thebaner damals gern ihren großen Gott „Amun-Re“ mit seiner Gefährtin.


Amun, der Verborgene

Amun heißt übersetzt „der Verborgene“. Es ist der Raum als „Absolutes“. Das „merkmallose Sein“, wie es die Inder nannten, über das in Ermangelung von Merkmalen keine Aussagen möglich sind. Das „Nichtbenennbare - Namenlose“, die Ursache aller Ursachen. Das was bleibt, wenn alle Systeme vergehen. Das immer war, immer ist und immer sein wird, ob da ein Universum ist oder nicht. Das Bleibende im Strom von Werden und Vergehen. Aus dem alles gekommen ist, in dem sich alles befindet, und in das alles wieder zurückkehrt. Ein Sein, das weder mit den Sinnen, noch mit dem Verstand erfassbar ist. Dessen Existenz keine Ursache hat. Das auf nichts mehr zurückgeführt werden kann. Das „Selbst“ oder Selbstexistierende. Darum betet der Prophet Eliah zu Gott:

„Herr der Welten, einzig bist du, erhaben in Zahl und Maß, der Höchste von allen Hohen, der Verborgene von allen Verborgenen, den man in keinem Begriff fassen kann! Denn du, Gott, bist Herr der Welten, Urgrund aller Gründe, Ursache aller Ursachen. Mit dir selbst aber ist nichts vergleichbar in der geistigen und körperlichen Welt! Du hast Himmel und Erde geschaffen, Oberes und Unteres, damit die Welten dich ahnen! Aber wirklich begreifen kann dich niemand! Wir wissen nur, dass du die einzig wahre Einheit und dass du der Herr über alles bist. Alles andere von deiner Wesenheit ist unbekannt“!

Und Rabbi Simeon lässt uns in der Kabbala wissen: „Die einzelnen Attribute sind das einzige, was wir von Gott begreifen. Denkt man sich aber diese weg, so hat er weder ein Attribut noch eine Ähnlichkeit oder Gestalt. Bevor nämlich Gott irgendeine Gestalt geschaffen und irgendein Bild hervorgebracht hatte, war er allein da, ohne Bild und Ähnlichkeit mit einem anderen. Wie können wir ihn begreifen, wie er vor der Schöpfung war? Aus diesem Grunde ist es verboten, ihn unter irgendeinem Bild oder irgendeiner Gestalt, ja auch ihn durch seinen heiligen Namen „JHWH“ oder auch nur durch einen Buchstaben oder einen Punkt darzustellen. Das Bild aber, durch das man ihn sich zu verdeutlichen sucht, ist das einer einzigen, sich weithin ausbreitenden Wassermasse“.


Heh und Hehet, die räumliche Unendlichkeit

Das Zweite Gesicht ist die „räumliche Unendlichkeit“, der gähnende Abgrund, den griechische Denker „Chaos“ nannten. Seine gewaltigen Ausmaße werden uns vor allem durch unsere Superteleskope und unsere Raumfahrt erst richtig bewusst. Das Wort Chaos kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der leere gähnende Weltraum“, auch „Rohe ungeordnete Masse“, „grenzenlose Wasserfläche“. Chaos ist nicht nur in der Bibel der Zustand des Weltanfangs. Die grenzenlose Wasserfläche ist in fast allen Kosmogonien der Ausgangspunkt der Weltentstehung.

Keh und Keket, das Leere

Das dritte, die „große Leere“, die im Makro- wie im Mikrokosmos das vorherrschende Merkmal ist. Was immer man auch betrachtet, überall fast nur leerer Raum. Gemeint sind damit vordergründig die riesigen Zwischenräume, die im Makrokosmos die Gestirne und im Mikrokosmos die Atomarteilchen voneinander trennen. Allein der Größenvergleich zwischen der Unermesslichkeit des Raumes und der in ihm enthaltenen Materiemenge führt uns vor Augen wie leer der Makrokosmos ist.

Der Raum den unser Universum einnimmt, oder besser ausmacht, ist so ungeheuer groß, dass sich die Milliarden Sterne in den Milchstraßen-Räumen völlig verlieren. Es gibt in unserem täglichen Umfeld kein Beispiel dafür, wie dünn die Sterne im Weltall gesät sind. Ein solches Beispiel müsste man mühsam konstruieren! Könnte man die Sterne soweit verkleinern, dass sie nur noch die Größe von Schneeflocken hätten, würden bereits zehn solcher Flocken genügen, um den Raum von der Größe Deutschlands mit Sternen zu füllen. Hält man sich dieses Beispiel vor Augen, dann ahnt man, wie riesengroß der Weltraum ist und vor allem, dass er praktisch leer ist.

Im Mikrokosmos sieht es nicht anders aus. Die Atome als kleinste Bausteine eines chemischen Elements bestehen ebenfalls fast nur aus leerem Raum, weil praktisch die gesamte Atommasse im Atom-Kern konzentriert ist und dieser etwa 10.000mal kleiner ist als das ganze Atom. Ein Stück Stahl enthält beispielsweise an wirklich Widerstehendem, an stabiler Materie oder materieller Masse, nur ein Billionstel des Raumes, den es ganz zu erfüllen scheint. Könnte man die Bausteine der Atome dazu bewegen, sich friedlich auf engstem Raum zu versammeln, würde unsere Sonne mit ihren l,4 Millionen Kilometern Durchmesser, auf eine Kugel von sechs Kilometern zusammenrutschen und die Erde hätte die Größe eines Stecknadelkopfes. So ist auch der weitaus größte Teil des Atomvolumens „Leere“.


Nun und Naunet, die Urwasser

Das vierte Gesicht sind die so genannten „Urwasser“, ägyptisch „Nun“. Der Nun, das Wasser das keinen Anfang hat, ist bei den Ägyptern der große Ozean, der die gesamte, aus Himmel und Erde bestehende Welt, umgibt. Mit Erde, der grobstoffliche Schwingungsträger der die materielle Welt zu Dasein verhilft. Er endet, wo die allerletzten Galaxien im Raum stehen. Mit Himmel, eine Welt die von einem feinstofflichen Schwingungsträger hervorgebracht wird, dessen Bewegungen Schaukraft und Leben hervorrufen. Er ist der Vater oder Erzeuger der Götter, der sieben Sinne, den sieben Weltbaukräften die die Urheber der Schöpfung sind. Sie sind die „kleinen Sieben“ und werden durch das kleine Siebengestirn, den kleinen Wagen, symbolisiert.

Diese ursprünglichen Wasser sind ein Zug, der allen Kosmogonien gemeinsam ist. Dabei handelt es sich um einen unsichtbaren, immateriellen, elastischen feinen Stoff, der den Raum lückenlos ausfüllt und in unserem Erfassungsbereich unter ungeheurem Druck steht. Er ist als Bewegtes, Beweger und Medium in einem das Trägermedium aller vorkommenden Schwingungen. Darum war er für die geistigen Urheber der Überlieferungen die Grundlage von Weltsein und Leben. Folgerichtig ist der Ausgangspunkt der Weltentstehung auch für die Verfasser der Genesis in unserer Bibel ein ungeheures „Chaos“. Dieses Chaos besteht nicht aus fester Materie, sondern aus „Wasser“! Wenn es in Genesis l, 2 heißt:

„Die Erde war eine Wüstenei und Öde“, ist nicht unsere Erde gemeint, sondern unser materielles Weltall! Der einzige Urstoff dieses „Alls“ aber ist der endlose und dunkle, wässrige Abgrund des unermesslichen „Raum-Ozeans“, über dem der „Wind“, der „Geist Gottes“, als Zeichen seiner Gegenwart und Werkzeug seiner Macht schwebte. Auf dieses „Urchaos“ bezieht sich auch Psalm 104, wenn er von derselben Erde sagt: „Mit der Urflut gleich einem Kleide bedecktest du sie, bis über die Berge standen die Wasser... !“Auch die Sintflut als neu begonnene Schöpfung beginnt mit einer Rückkehr zum Wasserchaos. So wie die gewaltigen Salzwasseransammlungen auf unserer Erde die Weltmeere ausmachen, so bedingen die Wasser des Raumes den „Okeanos“.

Okeanos, einer der Titanen, war in der Mythologie der Griechen ein großer Strom, der die Erde kreisförmig umschloss, wie das Wasser unserer Ozeane eine Insel. Die Titanen waren nach der Vorstellung der alten Griechen Riesen, die in der Urzeit herrschten. Dahinter verbergen sich die Strudelgiganten des Raumozeans mit ihren titanischen Kräften. Dass für einige Bibeltextverfasser die Welt ihre Existenz den schwingenden Wassern des Raumes verdankt, geht aus der 2. Ep. S. Petri, Kap. 3 Vers 5 und 6 ebenfalls hervor. Darin heißt es in Bezug auf die Spötter: „Aber Mutwillens wollen sie nicht wissen, dass der Himmel vor Zeiten auch war, dazu eine Erde, aus Wasser und im Wasser bestanden, durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen Wasser mit der Sintflut verderbet!“

Sicher ist hier nicht vom Wasser unserer Alltagserfahrung die Rede, denn Himmel und Erde bestehen nicht aus dem uns bekannten kostbaren Nass. Das weiß auch der Dümmste und wir können getrost davon ausgehen, dass dies den Textverfassern ebenfalls bekannt war. Selbst wenn Himmel und Erde früherer Weltzeitalter aus und in gewöhnlichem Wasser bestanden hätten, so wären sie schwerlich durch das Ansteigen einer großen Wasserflut in demselbigen verdorben. Wie in vielen anderen überlieferten Texten benutzten ihre geistigen Urheber auch hier das uns bekannte „Wasser“ nur als Symbol für Schwingungsträger.


Die drei Eigenschaften des Raumes

Damit wären wir bei den drei Eigenschaften des Raumes. In der indischen Überlieferung heißen sie „rajas“, Aktivität, „sattva“, Schaukraft und „tamas“, Trägheit. Weil sie sich zur bunten Welt verknüpfen, wie drei verschiedenfarbige Fäden zu einem Gewebe, nannten sie die Überlieferer im indischen Sprachraum „Gunas“, Fäden des Weltgewebes. Diese Fäden sind nicht passiv, sondern aktive Kraftsubstanzen und daher der differenzierte Ausdruck der Urnatur selbst. In ihnen regt sich Asis, der Urwille. Sie durchdringen alles in tausendfältig verschiedener Mischung.

Guna bedeutet wörtlich der Faden oder die Strähne. In unserer modernen physikalischen Terminologie würden wir sie „Strings“ nennen, was ja ebenfalls Fäden bedeutet. Dabei handelt es sich um energiereiche Schwingungen die sich zu stofflichen Substanzen verdichten und nach dem Resonanzprinzip ständig mischen und entmischen. Sie haben dreifachen Charakter. Sie sind kosmische Kraftsubstanzen oder Energie-Arten, dann ethische Seinskräfte, die den Charakter eines Menschen bestimmen und endlich energetische Bewusstseins-Formen. Durch die Vereinigung und das Mischungsverhältnis der verschiedenen Schwingungen, die die Kraftsubstanzen repräsentieren, entsteht die ungeheure Fülle der Welterscheinungen mit ihrem Formenreichtum der Materie und des Lebendigen.

Im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung bekommt das Wort Guna auch die Bedeutung: „Weltstoffenergie, Welt konstituierende Kraftsubstanz“. Nach den Aussagen der indischen Überlieferungen haben alle Schwingungen, die die einzelnen Guna ausmachen, ihrem Wesen nach zwei Aspekte. Sie können sich in energetisch – stoffliche, und vitalgeistige Schwingungen differenzieren. Nur ihre grobe, energetisch - stoffliche Variante wird mit den Sinnen wahrgenommen.

Dieser den profanen Sinnen wahrnehmbaren Erscheinungsform liegt aber noch eine sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegungsweise zugrunde, die rein dynamischer Natur ist. In diesem Sinne wäre unser Erdkörper die stoffliche- und der Gravitation erzeugende Raumwirbel die feinstoffliche Seinsweise. Bei uns wäre der Körper das Grobe, Wahrnehmbare und unsere Seele das Feine, Nichtwahrnehmbare. Diese feinen Schwingungen, die unser seelisches Getriebe ausmachen, bestimmen Wesen und Charakter eines jeden Lebewesens.

Rajas = Aktivität

Die erste dieser drei Eigenschaften, die Aktivität, ist das „aktiv Wirksame in der Welt“. Es wird in den indischen Überlieferungen „rajas“ genannt. Das Wort bedeutet ursprünglich „das Gewoge“. Damit ist dynamische Bewegung gemeint, die nur eine andere Bezeichnung für Schwingung ist. Wenn wir auf die bewegte Oberfläche des Meeres blicken, bekommen wir in etwa eine Vorstellung davon, was mit dem Gewoge der Wasser des Raumozeans gemeint ist.

Rajas ist die Wirkform der weltbauenden Urnatur und in ihrem Drängen nach Sein und Geschehen der Bildner der ganzen Welt. Dieser Energie entspringen alle Aktivitäten der grobstofflichen und feinstofflichen Welt. In den „Wassern des Raumes“ erzeugt sie in zwei voneinander getrennten Regionen mit völlig unterschiedlichen Druckverhältnissen, die beiden anderen Eigenschaften „sattva“, Schaukraft und „tamas“, Trägheit.

Sattva = Schaukraft

Sattva heißt wörtlich das „Seiendsein oder die Seiendheit“, an anderer Stelle „Ich-Bin-Heit“. Der Grund ist, die mit Schaukraft begabten Schwingungen erkennen nur „Ich Bin“, was dem biblischen oder richtiger dem zoroastrischen ich bin, der „Ich-Bin“ entspricht. Im dritten Kapitel des Exodus (2. Buch Moses) im 13. und 14. Vers heißt es:

„Und Moses sprach,… siehe, wenn ich zu den Kindern Israels komme, und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? Was soll ich ihnen sagen? und Gott sprach zu Moses: „Ich bin der „Ich-Bin“.“ Die altindischen Weisen nannten das kosmische Individuationsprinzip, das auch die Vorstellung vom Ich und damit Selbstbewusstsein und Egoismus erzeugt, Ahamkara, „Ichmacher“.

Dieser Sanskritausdruck bedeutet wörtlich ebenfalls „Ich-Bin-Heit“. Physikalisch ist es die Fähigkeit von Schwingungen, in bestimmten, individualisierten Schwingungsträgern, so genannten Monozellen, die Ichfunktion hervorzurufen. Diese Monozellen haben in den verschiedenen Kulturkreisen unterschiedliche Namen wie zum Beispiel „Seelen, Monaden, Jivas, oder Atome“. Das Wort Atom kommt vom griechischen „atomos“, das unteilbar bedeutet. Atome und Seelen waren in der Sprache der Eingeweihten gleichbedeutend. Im Occultismus wurden sie Schwingungen, kollektiv auch Ton, genannt. Sie enthalten göttliches Leben (Jiva) und sind daher ein Zentrum potentieller Lebenskraft, mit darin verborgener Intelligenz.

Physikalisch verdanken sie ihr Dasein einem Feld das pulsiert. In der Symbolik wird es, als Träger von Gefühl und Verstand, zu unserem pulsierenden Herzen. Daher die Redewendung: „Wir fühlen mit dem Herzen.“ Im Gegensatz zu einem Wirbel kann man einen Pulsar zwar auflösen, aber nicht teilen. Er bleibt immer ein Atom, eine unteilbare Einheit. Später kommt eine Eigenschaft hinzu, die man mit Verstehen oder Verstand bezeichnen könnte. Dann erkennen die mit Schaukraft begabten Schwingungen durch Identifizierung mit dem Erkannten verstandesbedingt: „Das bin Ich“ und „Das bin Ich nicht“. Geschieht dies in einem materiellen Körper, identifizieren sie sich von seiner Geburt an bis zu seinem Tode immer mit dem Augenblicklichen, der sich ständig verändernden Persönlichkeit, erkennend: „Diese Persönlichkeit, das bin Ich.“

Wer den umgekehrten Weg geht, was der „Atta- (Ich) - Anatta- (Nicht-Ich) Lehre“ des Buddhismus entspricht, und alles von seinem Ich löst was zum Nicht-Ich gehört, sodass nur noch der „Ich-Bin“ bleibt, hat die höchste Bewusstseinsstufe erreicht. Er ist identisch mit dem Kernwesen „Mensch“, dem erkennenden Geist der in jedermanns Seele erkennt und den die Gnostiker „Christos“ nannten. Weil er dann nur noch Schaukraft, symbolisch „Licht ist“, lassen ihn die Weisen sagen: „Ich bin das Licht der Welt“. Physikalisch ist er der individualisierte Schwingungsträger in dem nur noch die Schwingungen aktiv sind, die die Schaukraft hervorrufen. Kommen sie auch noch zum Erliegen, ist der Schwingungsträger, das Selbstexistierende oder Selbst, dass die Inder Purusa nannten, allein.

Dieser Zustand des „An – Sich – Seins“ wird in der indischen Yogaliteratur Kaivalya genannt. Das Wort ist abgeleitet von kevala „allein, einzig, ganz, heil sein“. Es ist der Zustand in dem der Purusa, das Selbstexistierende das keine Ursache hat, vom individuellen Weltsein erlöst ist und in seinem ureigenen Wesen dasteht. Es ist ein reiner Seinszustand, in dem das Selbst ganz für sich in Heiterkeit istet und geistet. Werden die Schwingungen die diesen Zustand bedingen auch noch aufgelöst, tritt etwas ein, das weder mit den Sinnen, noch mit dem Verstand erfassbar ist, - das Nirvana des Buddha.

Sattva hat den Charakter des Lichten, Klaren, Reinen, wenn es durch Gier und Leidenschaften mehr oder weniger ungetrübt ist. Überwiegt das Klare, Reine im seelischen Getriebe, ist es zum Beispiel das helle, erkennende Strömen der Bewusstseinsenergien mit den hohen Erkenntnissen, Gedanken und Gefühlen. Dem feinen sittlichen Handeln und dem ungehemmt schöpferischen Intuierens.

Tamas = Trägheit

Tamas bedeutet Trägheit. Durch diese Eigenschaft entstehen die erkennbaren Objekte. Tamas eignet vornehmlich beharren, stagnieren. Es ist die dunkle, nichterkennende Substanz der Schwere, das Schwerwiegende. Diese bewegungsbedingte Eigenschaft ist die Ursache der materiellen Welt. Bei den philosophischen Hindus sind die Elemente der Materie in „Tamasa“, geistiger Dunkelheit. Das heißt ohne Schaukraft und ohne Intellekt. Im seelischen Getriebe trüben sie die Schaukraft wie feiner Schmutz das klare Wasser in einem Wasserglas. Je nach Verschmutzungsgrad erzeugen seine Schwingungen im erkennenden Geist die dumpfe, vegetative Schicht, die oft in blinder Rücksichtslosigkeit sich auswirkt. Die Dummheit und alles hässliche, böse und unvernünftige Handeln haben ihre Ursache in den bewusstseinstrübenden Bewegungen von Tamas.

Schwingen Schaukraft und Trägheit zusammen, entsteht organisches Leben, weil die Schwingungen des Schaukraftträgers, nach dem Prinzip einer Klangfigur, Materie in sich einbauen, die mit ihren feinstofflichen harmoniert. Ist das nicht mehr der Fall, führt das zu Krankheit und Tod. Streut man feinen Sand auf eine frei schwingende Glasplatte, formen die Schwingungen der Glasplatte wunderschöne ästhetische Figuren. Bei ihrer Betrachtung bekommt man in etwa eine Vorstellung davon, wie die Formkräfte der Schwingungen des feinstofflichen Schaukraftträgers die organischen Körper gestalten. Die Schwingungsenergie die das Formen des Organismus bewirkt, wird in den Überlieferungen Leben genannt.

Abbildung 100            Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

Abbildung 101.         Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

Karma – Programme aus früheren Geburten

Diese feinstofflichen Schwingungen die das im individualisierten Schwingungsträger veranlassen, stammen aus seinen Vorleben und sind das, was die Inder Karman nennen. Sie wurden dort durch Umfeldbedingungen, denken, ausgesprochene Worte, gutes oder schlechtes Handeln und Verzehrgewohnheiten modifiziert. Je nach Art dieser Schwingungen entsteht so ein Organismus im Pflanzen-, Tier- oder Menschenreich, denn sie sind auch dafür verantwortlich, mit welchem Keim sie sich beim Beginn einer neuen Geburt verbinden.

Das ist leider nicht immer ein menschlicher. Einer der bekanntesten Verfechter der Wiedergeburtenlehre, der Buddha, sagte dazu folgendes: „Gleichwie, ihr Brüder, es hier auf der Erde nur wenige schöne Gärten und Wälder, Felder und Teiche gibt, aber bei weitem mehr Abhänge und Schluchten, schwer passierbare Flüsse, wilde Urwälder und unerklimmbare Höhen, ebenso werden nur wenige Wesen, die als Menschen gestorben sind, unter den Menschen wiedergeboren, aber bei weitem mehr Wesen, die als Menschen gestorben sind, gelangen in einer Hölle unter den Tieren wieder zum Dasein!“

Abbildung 102

„Porträt des Giambattista della Porta“

Quelle: Holzschnitt aus Della celeste fisonomia, Padua, 1616

Urheber: Ohne Angabe

Bildbearbeitung und Text, Urheber: O. Jung

 

Der neapolitanische Arzt und Magier Giambattista Della Porta (1538 bis 1615) deutete die Welt zwar alchimistisch, aber seine Versuche waren mehr wissenschaftlicher Natur. Zum Beispiel verdankt die moderne Ophthalmologie, die Heilkunde über das menschliche Auge, seinen Studien sehr viel. Er erfand und beschrieb auch optische Instrumente. So fügte er in die camera obscura die Linse ein. Deshalb nannte man ihn den Vater der Photographie.  weiterlesen

Abbildung 103

Wesensverwandtschaft Pflanze - Tier“

Quelle: Aus Porta Phytognomonica, Neapel 1588,

Urheber: Giovan Battista Della Porta Napolitano

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Bei der Wiedergeburt gilt: „Gleiches zu Gleichem“. So wie es die Abbildungen103 und 104 zeigen, stellte sich Della Porta Napolitano die Wesensverwandtschaft zwischen Pflanzen, Tieren und Menschen vor. Während seiner Tätigkeit als Arzt beobachtete er seine Patienten um ihren Gesichtsausdruck und Charakter zu studieren. Das führte ihn immer wieder zu Analogieschlüssen zwischen Pflanzen, Tieren und Menschen.  weiterlesen

Abbildung 104

Wesensverwandtschaft Tier - Mensch“

Quelle: Aus Porta Physiognomie, Rouen, 1650

Urheber: Giovan Battista Della Porta Napolitano

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Nach Porta stehen Tiere und Menschen die sich gestaltsmäßig ähneln in einem innerem Zusammenhang miteinander. Er sagt z. B.: „Menschen die einem Esel ähneln, sind auch wie dieses Tier: schüchtern, dumm, erregbar. Wer wie der Vogel Strauß aussieht, ist diesem charakterlich verwandt: er ist schüchtern, geschmeidig, bösartig, dumm. Ein Mensch, der an ein Schwein erinnert, ist ein Schwein. Er isst gierig und ... weiterlesen

Dass dies nicht etwa ein unabwendbares Schicksal bestimmt, sondern von den eigenen Handlungen und Verhaltensweisen abhängt, erklärt der Buddha folgendermaßen: „Und ferner, Sariputto, durchschaue und erkenne ich Herz und Gemüt eines Menschen also: Derart handelt dieser Mensch, darauf arbeitet er hin, einen solchen Weg hat er genommen, dass er bei der Auflösung des Körpers nach dem Tode, in tierischen Schoß geraten wird. Ich sehe ihn dann später mit dem himmlischen Auge, dem geklärten überirdischen, bei der Auflösung des Körpers nach dem Tode, in tierischen Schoß geraten, von schmerzlichen, stechenden, brennenden Gefühlen erfüllt.

Gleichwie etwa, Sariputto, wenn da eine Senkgrube wäre, tiefer als Manneshöhe, voller Unrat und es käme einer heran, vom Sonnenbrand gebraten, vom Sonnenbrand verzehrt, erschöpft, zitternd, dürstend, und schritte geradenwegs auf eben diese Senkgrube zu. Den habe ein scharf sehender Mann erblickt und spräche nun: Derart handelt jener liebe Mann, darauf arbeitet er hin, einen solchen Weg hat er genommen, dass er mitten in den Kot fallen wird, und er sähe ihn dann später in der Jauche drinnen, von schmerzlichen, stechenden, brennenden Gefühlen erfüllt. Wollte ich gleich, ihr Mönche, auf mancherlei Weise Dinge der Tierheit euch deuten, so könnte man es doch, ihr Mönche, nicht wohl durch Worte erfassen, wie tief die Leiden der Tierheit reichen!“

Als einer der Mönche ein Gleichnis verlangt, fragt der Erhabene, ob wohl ein Verbrecher, der täglich morgens, mittags und abends je einhundert Klingenhiebe erhalte, infolge davon nicht Trauer und Trübsinn erfahre. Da antwortet der Mönch: „Auch nur, o Herr, mit einem Klingenhiebe gezüchtigt, würde dieser Mann infolge davon Trauer und Trübsinn erfahren, geschweige denn mit einhundert.“ Da hob der Buddha einen mäßigen, handgroßen Stein auf und wandte sich an die Mönche:

„Was meint ihr wohl, ihr Mönche, was ist größer, dieser mäßige handgroße Stein, den ich da in der Hand habe, oder der Himalaja, der König der Berge?“ „Geringfügig ist, o Herr, dieser mäßige, handgroße Stein, den der Erhabene da hat, gegen den Himalaja, den König der Berge, kann er nicht gezählet, nicht gerechnet, nicht verglichen werden“, müssen die Mönche zugeben. „Ebenso nun auch ihr Mönche, kann, was ein Mensch mit dreihundert Klingenhieben gezüchtigt, infolge davon an Trauer und Trübsinn erfährt, gegen das Leiden tierischer Welten nicht gezählet, nicht gerechnet, nicht verglichen werden.

Was denkt ihr, ihr Brüder, was ist wohl mehr, die Tränenflut, die ihr auf diesem langen Wege, immer wieder zu neuer Geburt und neuem Tod eilend, mit Unerwünschtem vereint, von Erwünschtem getrennt, klagend und weinend vergossen habt, oder das Wasser der vier großen Meere? Lange Zeit hindurch habt ihr, den Tod der Mutter erfahren, den Tod des Vaters, des Sohnes, der Tochter, der Geschwister, habt ihr den Verlust eurer Habe erlitten, waret ihr von Krankheit bedrückt und während euch der Tod eurer Lieben, der Verlust eures Vermögens, die Qual der Krankheit zuteil wurde, während ihr mit Unerwünschtem vereint, von Erwünschtem getrennt waret, da vergosset ihr, von Geburt zu Tod, von Tod zu Geburt eilend, auf diesem langen Wege wahrlich mehr Tränen, als Wasser in den vier großen Meeren enthalten ist.

Was denkt ihr, o Brüder, was ist wohl mehr, das Blut, das auf diesem langen Wege, während ihr immer wieder zu neuer Geburt und neuem Tode eiltet, bei eurer Enthauptung dahinfloss, oder das Wasser der vier großen Meere? Lange Zeit hindurch habt ihr, als Mörder verurteilt, als Räuber ergriffen, als Ehebrecher ertappt, bei eurer Hinrichtung wahrlich mehr Blut vergossen, als Wasser in den vier großen Meeren enthalten ist.

Was denkt ihr, o Jünger, was ist wohl mehr, das Blut, das auf diesem langen Wege, während ihr immer wieder zu neuer Geburt und neuem Tode eiltet, bei eurer Enthauptung dahinfloss, oder das Wasser der vier großen Meere? Lange Zeit hindurch habt ihr, o Jünger, als Rinder und Kälber, als Büffel und Büffeljunge, als Schafe und Lämmer, als Böcke und Zicklein, als Rehe und Hirsche, als Schweine und Ferkel, als Hühner, Tauben und Gänse usw. bei eurer Abschlachtung wahrlich mehr Blut vergossen, als in den vier großen Meeren an Wasser enthalten ist.

Wie aber ist das möglich ? Ohne Anfang und Ende, ihr Jünger, ist dieser Kreislauf der Wiedergeburten. Unerkennbar ist der Beginn der vom Nichtwissen umhüllten Wesen, die durch den Durst nach Dasein immer wieder zu erneuter Geburt geführt werden. Und so habt ihr, o Jünger, durch lange Zeit Leid erfahren, Qualen erfahren, Unglück erfahren und das Leichenfeld vergrößert. Wahrlich lange genug, ihr Jünger, um von jeder Existenz unbefriedigt zu sein, lange genug, um sich von allem Sein abzuwenden, lange genug, um sich von ihm zu erlösen!“

Das aber ist nur im menschlichen Dasein möglich. Und zwar ausschließlich durch bestimmte Handlungs- und Verhaltensweisen, die sich bei uns keiner sehr großen Beliebtheit erfreuen. Ist ein Mensch aber erst einmal in den tierischen Schoß abgesunken, hat er seine Chance vertan; denn es ist für ihn so gut wie unmöglich, wieder in der Menschenwelt geboren zu werden, weil ihm im Tierreich die Möglichkeit fehlt, sein Bewusstsein in entsprechender Weise bewusst zu verändern. Wie schwer es ist, vom Tierreich wieder in die Menschenwelt zu gelangen, versucht der Buddha mit folgendem Gleichnis zu veranschaulichen:

„Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn ein Mann eine einkehlige Reuse in den Ozean würfe, die würde da vom östlichen Winde nach Westen, vom westlichen Winde nach Osten, vom nördlichen Winde nach Süden, vom südlichen Winde nach Norden, getrieben und es wäre da eine einäugige Schildkröte, die alle einhundert Jahre einmal emportaucht, was meint ihr nun, ihr Mönche, sollte da etwa die einäugige Schildkröte mit ihrem Hals in jene einkehlige Reuse hineingeraten?“

„Wohl kaum, o Herr, oder doch nur irgendeinmal vielleicht, im Verlaufe langer Zeiten!“, antworten die Mönche. „Eher noch mag, ihr Mönche, die einäugige Schildkröte mit ihrem Hals in jene einkehlige Reuse hineingeraten, aber schwieriger ist Menschentum erreichbar, sobald der Tor einmal in die Tiefe hinabgesunken ist. Und warum das? Weil es dort keinen gerechten Wandel, keinen geraden Wandel, kein heilsames Wirken, hilfreiches Wirken gibt. Einer den anderen auffressen ist dort, ihr Mönche, der Brauch, den Schwachen ermorden!“

Das alles geschieht im unendlichen „Raum“ mit seinen vier Attributen und drei Eigenschaften. Sie existieren niemals einzeln, sondern nur als Gesamtpaket. Es kommt auch nichts hinzu. Woher auch? Es verschwindet auch nichts. Wohin auch? Der Raum ist ja ohne Anfang und ohne Ende. Für ihn gibt es kein Außen. Darum kann er auch nicht in zwei Teile geteilt werden. Er ist daher der „Eine“. Aus dem gleichen Grunde ist es ihm auch unmöglich, sich als Ganzes zu bewegen. Er bewegt sich daher lediglich in sich.

Das wird von der Eigenschaft „Aktivität“ besorgt. Durch ihr Wirken entsteht im feinstofflichen Schwingungsträger „Akascha“, den elastischen Wassern des Raumes, sofort ein Ungleichgewicht das nach Ausgleich strebt. Das schafft Unterschiede in seiner vorher gleichmäßigen, merkmallosen Struktur. Nun gibt es in ihm Regionen mit Überdruck und, dazu analog, Regionen mit Unterdruck, oder besser, regionale Verdünnungen und Verdichtungen im Wechselspiel - die Kontraktionen und Expansionen der Schwingungen.

Die Welt ist die gewellte Seinsweise des Raumes

Der „Raum“ selbst ist es also, der da in sich schwingt oder sich wellt, indem er sich in kleineren oder größeren lokalen Bereichen streckt und wieder zusammenzieht, wie eine Schlange, die sich bewegt. Auch das Kommen und Gehen dieser Bewegungen ist periodisch. Schwingt der Raum in sich, ist er also gewellt, gibt es die „gewellte Seinsweise“, die „Welt“! Erreicht er einen Zustand latenter Ruhe, gibt es keine Welle, keine „Welt“! Die Welle, die Welt, kommt und geht, er aber, der „Raum“ ist ewig! „Er, der unsichtbare Gott, ist das „A“ und das „O“, der Erste und der Letzte! Der Anfang und das Ende! Der da ist, der da war und der da sein wird! Der das „All“ ausmachende - das „Allseiende“, das „Ewige“, lehrt uns die Bibel in Joh. 1/V8

Diese Aussagen treffen alle auf den „Raum“ als letzter und einziger Realität oder Seinsweise zu, denn ausnahmslos alle Dinge und Daseinsformen sind ausschließlich seine Bewegungs- oder Schwingungsformen. Er ist das „Wesentliche“, das „Wesen der Welt“, der in allem „Wesende“! Das ist der Grund dafür, warum die Bibel in Moses 5/V8 gebietet: „Du sollst dir von Gott kein Bildnis machen, keinerlei Gleichnis, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, noch des, das im Wasser oder unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen!“, denn in seiner absoluten Seinsweise hat er keine Merkmale an denen man ihn erkennen könnte.

Wenn der Raum alles ist, muss auch alles räumlich sein, und es darf nichts geben, das keinen Raum besitzt. Sollte etwas nichträumliches existieren, wäre diese Lehre falsch! Aber wie man sich auch bemühen mag, man wird nichts Entsprechendes finden. Wer aus diesem Tatbestand ein väterlich lenkendes „Gottwesen“ ableitet, degradiert ihn zur Endlichkeit, zur Form, die in einem Übergeordneten existieren würde und deshalb nicht der „Eine“ genannt werden könnte. Es gäbe dann zwei, das väterlich lenkende Gottwesen und die Realität, in der es existiert. Diese Realität aber könnte wieder nur der „Raum“ sein! Weil der Raum unendlich ist, ist er auch ohne jede Form, und es gibt nichts, dem er vergleichbar wäre, weil es zu einem Vergleich ja immer zwei geben muss. Er war daher für die Wissenden der „Eine.“ Außer ihm existiert kein Zweiter.

Seine Urwasser die ihn in der Symbolik zum „Raumozean“ machen, sind in lokalen Bereichen aktiv oder inaktiv. Verharren sie darin in latenter Ruhe sind sie merkmallos und es ist Weltennacht. Bewegen sie sich darin, entsteht die gewellte Seinsweise, der Weltentag. Darum heißt es in einem sehr alten indischen Text: „Aus der Ruhe kam die Bewegung, Bewegung ward alles Sein“. Das Weltsein und Leben nicht nur durch Bewegung hervorgebracht werden, sondern Bewegung sind, lässt uns Sokrates wissen.


Sokrates lehrte, die Welt ist Bewegung

Dieser große Philosoph der die abendländische Philosophie nachhaltig prägte, lebte von 469 bis 399 v. Chr. Um seine Zeitgenossen zu logischem Denken zu bewegen, lehrte er durch eindringliches Fragen, denn wer auf eine Frage sinnvoll antworten will, muss erst nachdenken. Das tat er weil er wusste warum es in den Yoga-Merksprüche des Patanjali heißt: „Wissen erlangt man durch eigene Anschauung, logische Schussfolgerung und gesicherte Überlieferung“. Vielleicht auch, weil sich die Menschen damals nicht gern mit dem Denken beschäftigten. Selbst in unserer Zeit gibt es ja das geflügelte Wort: „Denken tut weh“ und ein Sprichwort eines afrikanischen Stammes sagt.“ „Das Denken ist das Allergrässlichste“.

Um das zu ändern, sammelte er gern Schüler um sich, sprach jeden Müßigstehenden auf dem Markt an, disputierte mit den anderen Sophisten und gab jedem Rat und Lehre, der ihn suchte. Dabei gab er sich selbst stets als den Nichtwissenden und nur Fragenden aus und sprach den Befragten als den mehr oder weniger besser Wissenden an. Regelmäßig stellte sich dann aber das Gegenteil heraus. Der zu wissen Wähnende wurde der Belehrte, und der fragende, nichtwissende Sokrates war der Belehrende.

Für ihn war Weisheit nicht verkäuflich und darum wendete er sich leidenschaftlich gegen eine beruflich und besonders erwerbsberuflich ausgeübte philosophische Praxis. Damit zog er sich den Unmut der Sophisten zu, die ihre Lehre vor allem an junge Leute verkauften und ihnen versprachen, mit Hilfe dieser Weisheiten aus ihnen gute Redner und erfolgreiche Männer im Staats- und Rechtsleben zu machen. Darum hatte er nicht nur zahlreiche Anhänger, sondern auch viele Feinde. Seine Hauptgegner saßen in den Reihen der Sophisten, deren Geldgier und Unfähigkeit er ständig angriff.

Als Verführer der Jugend und Leugner der alten und neuen Götter wurde er von ihnen angeklagt. Vor den Richtern verteidigte er die absolute Notwendigkeit, der Stimme der Wahrheit zu folgen und ihr Ausdruck zu geben, ohne Rücksicht auf Fortkommen und Erfolg und ohne sich je von dem Belehrten einen Lohn entrichten zu lassen. Weil er nichts widerrief, verurteilten ihn die Richter wegen Jugendverführung und Gottlosigkeit im Jahre 399 zum Tode durch den Gifttrunk. Obwohl sich ihm nach der Verurteilung die Möglichkeit zur Flucht bot, machte er davon keinen Gebrauch, sondern trank den Schierlingsbecher, um für seine Überzeugung zu sterben.

Abbildung 105         Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

Er selbst hat keine Zeile geschrieben. Seine Gespräche und Reden hat sein Schüler Platon niedergeschrieben und überliefert. Im Werke Platons ist die Person des Sokrates so eng mit der Philosophie seines genialen Schülers verbunden, dass das Werk des einen in die Leistung des anderen nahtlos übergeht. In seinem Buch „Philosophie, Einführung in die Welt des Denkens“ hat Professor Dr. Karl Holzamer die darin vertretenen Thesen in acht Punkten zusammengefasst:

  1. Die eigentliche Wirklichkeit ist das Reich der Ideen (Programme), der immateriellen, unveränderlichen, ewigen Wesenheiten.
  2. Die sinnenhaft-materielle Welt des Werdens ist nur ein Schatten des wirklichen Seins der Ideen. Die sinnliche Wirklichkeit, die die meisten Menschen irrtümlich für das eigentliche Sein halten, hat nur an der wesenhaften Wirklichkeit, den Ideen, teil.
  3. In dieser eigentlichen Wirklichkeit ist die Idee des Guten innerhalb der übrigen Ideen vergleichbar der Stellung der Sonne gegenüber der irdisch-materiellen Welt.
  4. Die Teilhabe der Sinnenwelt an der Ideenwelt wird deutlich durch die menschliche Seele, die selber eine Wirklichkeit nach Art der Ideen ist.
  5. Vor unserer Geburt hat unsere Seele die ewigen Wesenheiten geschaut und damit alles Sein gewusst. Mit der Geburt ist dieses einzige und ursprüngliche Wissen abgesunken und muss jetzt Schritt für Schritt in der Erkenntnis des Philosophen wiedergewonnen werden. Die sinnliche Kontaktnahme mit dieser schattenhaften, materiellen Wirklichkeit des Werdens lässt uns an die geschauten Ideen erinnern. Alle Erkenntnis wissenschaftlicher Art, des Wesens der Dinge, ist daher Erinnerung (Anamnesis). Auch die sinnlichen Dinge bestehen nur durch Teilhabe am unveränderlichen Wesen der Dinge.
  6. Ziel der Philosophie ist die Askese, die Übung, von den bloß sinnenhaften Eindrücken loszukommen und zum wahren Wesen, den Ideen, vorzudringen. Der Tod ist daher die Krone des Philosophierens, indem die Seele in die eigentliche Wirklichkeit zurücktritt. In dem Maße als die Seele noch der sinnlich-materiellen Wirklichkeit verhaftet blieb, muss sie nach dem Tode des Leibes noch Läuterungen durchmachen (Seelenwanderung).
  7. Seele und Staat (Gesellschaft - Polis) haben den gleichen Aufbau. Der Dreiteilung des Staates: Nährstand, Wehrstand, Lehrstand (Philosophen) entsprechen das Sinnenhaft-Begehrliche, der Mut- und der Verstandesteil der Seele. Den spezifischen Tugenden der Stände sind die maßvolle Zucht, Tapferkeit und Klugheit zugeordnet. Sie entsprechen den gleichen Tugenden der Seele: Zucht, Mut, Weisheit.
  8. Über und unter diesen Tugenden soll die Gerechtigkeit führen und regieren, die damit das Ziel der Gemeinschaft wie auch jeder Menschenseele ist. Im Schauen der Idee des Guten, der Sonne im Reich der Ideen, ist das höchste Glück erreicht.

Soweit Professor Holzamer. Er war seinerzeit an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz Lehrstuhlinhaber für Philosophie und ist durch zahlreiche Veröffentlichungen zur pädagogischen und praktischen Philosophie bekannt geworden.

Platon, lateinisch Plato, war der einflussreichste Denker der abendländischen Philosophie. Er wurde um 428 v. Chr. geboren und starb etwa 347 v. Chr. Wie alle Eingeweihten, hat auch er seine Erkenntnisse öffentlich nur in verschlüsselter Form vorgetragen. Darum nannte er z. B. die Weltenkeime vor der Weltwerdung „Ideen“, weil sie in der Weltennacht im Raum verborgen sind, wie die Gedanken in einem Gehirn die nach Verwirklichung drängen und sich im Wollen kundtun.

Daher steht in alten Schriften: „Gott (die ewige Grundlage) wollte und was er wollte trat ins Dasein“. Dieser Gottesgedanke befindet sich aber nicht im Gehirn eines göttlichen Denkers, sondern ist die in der Weltennacht verborgene Ursache des Weltalls. Darum heißt es in den sieben Strophen des „Dzyan“ die in verschlüsselter Form die sieben Stadien des Entwicklungsvorgangs der Welt beschreiben: „Das Weltall war noch im Gottesgedanken und im göttlichen Busen verborgen“. So wie die Gedanken, ihre Umsetzung und das daraus resultierende Produkt letztlich Bewegungszustände sind, so ist es auch bei den immateriellen Weltenkeimen und der erfassbaren Welt.

Abbildung 106.         Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

 

Dass für die großen Denker früherer Zeiten die Welt nicht nur durch Bewegung entstand, sondern „Bewegung ist, belegt eine großartige Stelle in Platos „Theaitetos“. Es ist ein Dialog zwischen Sokrates und Theaitetos, in dem Sokrates seinem Gesprächspartner die wahre Ursache und Grundlage der Welt aufzeigen will. Selbstverständlich teilt er ihm das Geheimnis der wahren Philosophen, das als Lehre eines unbekannten Sophisten allgemein bekannt geworden ist, nur unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit mit.

Um die Geheimhaltung sicherzustellen, sagt Sokrates daher als Erstes: „Sieh dich aber wohl um und habe acht, dass uns nicht einer von den Uneingeweihten zuhöre. Dies sind aber die, welche von nichts anderem glauben, dass es sei, als von dem, was sie recht herzhaft mit beiden Händen greifen können, das Handeln und Werden aber und alles Unsichtbare gar nicht mit unter dem, was ist, wollen gelten lassen.“

Darauf erwidert Theaitetos: „Das sind ja verstockte und widerspenstige Menschen, Sokrates, von denen du redest.“ Sokrates antwortet: „Jene freilich, Kind, sind sehr roh. Viel preiswürdiger aber sind diese, deren Geheimnisse ich dir jetzt mitteilen will. Der Anfang aber, an welchem auch, was wir vorhin sagten, alles hängt, ist bei ihnen der, dass alles Bewegung ist und anderes außerdem nichts. Von der Bewegung aber zwei Arten, beide der Menge nach unendlich, deren eine ihr Wesen hat im Wirken, die andere im Leiden.“


Bewegung = Zeit

Sokrates war nicht der einzige Philosoph der Vergangenheit, der wusste, dass Bewegung die Ursache von Weltsein und Leben ist. In fast allen Kosmogonien der Überlieferungen wird dieser Sachverhalt mehr oder weniger verschlüsselt mitgeteilt. Weil Bewegung Zeit und Zeit Bewegung ist, werden darin die beiden Begriffe oft ausgetauscht. Auch wechselt die Bezeichnung dieser göttlichen Urmacht sehr häufig zwischen Personenhaftem und nicht Personenhaftem. Daher wird der Weltkreis oder Zeitlauf in manchen Überlieferungen als persönliche, sich bewegende Gottwirklichkeit dargestellt, denn nur wenn sich etwas bewegt, gibt es Welten. Ohne Bewegung existieren sie nicht und es ist „Weltennacht“. Erst wenn die Bewegungen zu neuem Leben erwachen, beginnt ein neuer „Weltentag“.

So heißt es denn auch in altindischen Texten folgerichtig: „Dieser Urgott steht auf“ - beendet also seinen Zustand der Ruhe - „und tritt seinen Gang an, der schöpferische Bewegung ist! Wandernd war dieser Urgott fürwahr. So schuf er einst die Welt und alle Mächte – wandernd!“ (sich bewegend) Und die Bhagavadgita lässt den Gott zum gleichen Thema sagen: „Nichts gibt es, das ich tun müsste, in den drei Welten. Nichts, das ich noch nicht erreicht hätte und erreichen müsste. Und trotzdem bin ich immerdar am Werke. .. Wenn ich das Werk nicht wirkte, würden alle Welten aufhören. Und ich würde der Urheber kosmischer Verwirrung, würde die Wesen hier in Vernichtung stürzen. Darum, wenn die Toren ihre Werke wirken, um Nutzen zu erlangen, so soll der Weise wirken ohne diesen Hang, nur darauf bedacht, dem Fortgang des Geschehens zu dienen“.

Sogar der Gott der Bibel ruht niemals, denn sie berichtet : „Als Moses auf den Berg Sinai in Gesellschaft der Gottheit wachte, die seinem Gesichte durch eine Wolke entzogen war, da fühlte er sich von großer Furcht erfasst und fragte plötzlich: „Herr, wo bist du … schläfst du, o Herr? …“ und Gott antwortete ihm: „Ich schlafe niemals: würde ich nur für einen Augenblick in Schlaf verfallen vor meiner Zeit (am Weltende), so würde die ganze Schöpfung sofort in Auflösung zerfallen.“ Selbst in der Paradiesgeschichte gibt es eine ähnliche Aussage, denn dort steht: „Und sie höreten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten ging, da der Tag kühl worden war.“ Er bewegt sich also ebenfalls.


Das All ist Bewegung und sonst nichts

Auch unsere Forscher sind durch ihre Experimente gezwungen worden, das Unsagbare auszusprechen, nämlich die Tatsache, „das All ist Bewegung und sonst nichts“. Allerdings kennen sie bisher nur die Bewegung, die ihr Wesen im Wirken hat. Die bewirkt, dass die Atomarteilchen „Spin“ besitzen, die Elektronen um den Atomkern rasen. Die Atome sich zueinander bewegen wie Mücken in einem Mückenschwarm und dadurch Temperatur erzeugen.

Die Zellen sich unablässig teilen und Organismen wachsen lassen. Das Menschen und Tiere sich bewegen. Die Erde rotiert und mit den anderen Planeten unablässig um die Sonne läuft. Die riesigen Galaxien mit unvorstellbaren Geschwindigkeiten durch den Raum rasen und das gesamte Universum expandiert. Man kann also nichts entdecken was sich in Ruhe befindet. „Alles ist Bewegung und außerdem nichts.“

Wie wir sehen, ist für die geistigen Urheber der Überlieferungen und für unsere modernen Forscher „Bewegung“ von grundlegender Bedeutung. Der große Unterschied zwischen der Weltsicht unserer Wissenschaft und der Kosmogonie der Alten besteht darin, dass die Welt nach den Theorien unserer Gelehrten aus materiellen Teilchen besteht. Sie sind die Grundlage der Welt. Weil ihnen alle das Universum auf- und abbauenden Eigenschaften inne wohnen, bringen sie durch ihre Bewegungen die Vielfalt von Weltsein und Leben hervor.

Nach der Lehre der Alten ist ein feinstofflicher Schwingungsträger Grundlage und Ursache von weltlichem Sein. Er füllt den ganzen Weltraum aus und bewegt sich in sich so vielfältig, wie die Wogen in einem Ozean. Weil das Wechselspiel dieser unterschiedlichen Schwingungen die Eigenschaften erzeugt, die die Welt hervorbringen und erhalten, spielt ein Wellenträger in allen überlieferten Weltentstehungslehren eine entscheidende Rolle. Aus dieser Sicht sind die Welten mit allem was sie enthalten, nur seine Bewegungszustände.


Bewegung ist ein Dreigestirn

Betrachtet man näher, was sich hinter dem Begriff Bewegung verbirgt, lässt sich folgendes sagen: Bewegung ist die durch einen Bewirker oder „Beweger“ bedingte Ortsänderung eines „räumlichen Gebildes“ in einem „Medium“, in dem diese Ortsänderung möglich ist. Das heißt, Bewegung verdankt ihr Vorhandensein dem Zusammenwirken von drei konkreten Dingen:

1. Dem Beweger, das die Bewegung Bewirkende
2. dem Bewegten, dem sich bewegenden räumlichen Gebilde,
3. dem Medium, in dem die Ortsänderung möglich ist.

Erst die konzertierte Aktion der Drei verhilft der Bewegung zur Existenz. Fehlt eine der drei Komponenten, gibt es keine Bewegung. Das gilt auch für alle Schwingungen. Wie alle Wissenden früherer Zeiten wusste das auch Sokrates. Darum hätte er sicher nie gelehrt, dass die Elektromagnetischen Wellen kein Trägermedium brauchen, wie das seit Einstein unsere moderne Wissenschaft tut.


Savitar, der Beweger

Weil die altindischen Weisen dem „Beweger“ - der Ursache aktiver Veränderung - bei der Namengebung einen höheren Stellenwert eingeräumt haben, nannten sie ihn zum Beispiel als Gott personifiziert „Savitar“. Das bedeutet in unserer Sprache: „Der die Regel des Werkes kennende Beweger oder Antreiber“. Mit der Wahl des Wortes „Savitar“ haben die vorzeitlichen Namengeber die Tatsache berücksichtigt, dass die kosmischen Bewegungen, die nach ihrer Meinung die Welt ausmachen, in ihren Abläufen einer Regel oder Gesetzmäßigkeit unterliegen, die alles Zufällige von vornherein ausschließt. Daher spielt der Zufall in ihren Kosmogonien keine Rolle.

Eine sehr schöne Allegorie verdeutlicht dies besonders anschaulich. Darin heißt die als Gott personifizierte Bewegung „Kala“. Das Wort ist abgeleitet von der indogermanischen Wurzel „kel“, treiben, jagen und bedeutet wörtlich der Treiber. In diesem Gleichnis symbolisiert ein Pferdewagen das „Bewegte“, galoppierende Pferde, die den Wagen ziehen, den „Beweger“ und die holprigen, kurvenreichen Straßen des alten Indien, über die das Gefährt dahinrollt, das „Medium“, das die Bewegungen des Fahrzeugs in „vorgegebenen“ Bahnen zulässt.

„Wie ein mit feurigen Rossen bespannter Wagen rast „Kala“ dahin. Ihm gehören alle Wesen, die, von ihm getrieben, das Geschehen vorwärts bringen. Er jagt dahin als erster und als höchster der Götter. Vielfach gießt Kala seine Fülle in das Weltall aus. Er ist alle Wesen, ihr Erzeuger, ihr Schicksal, Erhalter und Vernichter. Er ist des Weltalls Herrscher! Wenn „Kala“, der als Schlange symbolisiert wird, sich zusammenringelt, welken alle Welten, wenn er sich wieder aufringelt, erstehen sie erneut!“ Mit anderen Worten, wenn die Bewegungen zur Ruhe kommen, gibt es keine Welt, sondern nur den unermesslichen, die Keime der neuen Welt in sich tragenden Raumozean, den ewig „Seienden“. Für die Überlieferer ist er Beweger, Bewegtes und Medium in einem.


Es gibt keine geradlinige Bewegung

Wenn wir uns alles was sich bewegt genauer ansehen, stellen wir fest, dass es nirgends etwas gibt, das sich geradlinig fortbewegt. Man könnte auch keine geradlinige Bewegung künstlich erzeugen. Diese Bewegung wäre nur in Bezug auf die Erde geradlinig. Betrachtet man sie aus dem Weltraum, ist sie das ganz sicher nicht. Das was sich da aus unserer Sicht geradlinig bewegt, rotiert ja mit der Erde und diese läuft um die Sonne. Sie bewegt sich mit dem gesamten Sonnensystem um das Zentrum der Milchstraße und mit dieser um ein noch größeres System. Würde man diese Bewegung von außen betrachten, könnte man keine Geradlinigkeit entdecken.

Auch ein natürliches oder künstliches Flugobjekt kann den Raumozean nicht geradlinig durchqueren. Er ist ja nicht leer, wie das die Wissenschaft lehrt, sondern wie es sich für einen richtigen Ozean gehört, mit einem feinen Stoff angefüllt, den die Überlieferer daher auch „Wasser des Raumes“ nannten. Das taten sie deshalb, weil sich alle darin ablaufenden Bewegungen sehr schön im Wasser unserer Erfahrungswelt beobachten lassen.

Nach der Kosmogonie der Überlieferer sind diese „Wasser des Raumes“ nicht in Ruhe. Ihre schwingenden, rotierenden, pulsierenden, fließenden Wasser schaffen Raumstrukturen, denen das was wir Materie nennen folgen, oder besser, sich anpassen muss. Im Weltraum befinden sich nämlich, ähnlich wie in einem Schweizer Käse, lauter gesetzmäßig angeordnete Löcher, die alles für sie Erreichbare in sich hineinsaugen, wie die Tentakeln eines Riesenkraken. Diese Raumlöcher nennen wir Gravitationsfelder.

Der Weltraum gleicht daher einer Relieflandschaft, durch die nichts geradlinig hindurch kommt. Auch das beste Raum-Schiff nicht. Je mehr es beschleunigt, umso mehr wird es hin und her gerissen. Seine Insassen hätten alle Hände voll zu tun, um ihr Raumschiff auf Kurs zu halten. Wegen der Sogkräfte der tückischen, quirlenden Gruben und Gräben im Raum - Ozean gliche ihre Weltraumfahrt einem Querfeldeinrennen.

Bei vielfacher Lichtgeschwindigkeit kämen sie sich vor wie Achterbahnfahrer, oder Flößer auf einem gewaltigen, reißenden, talwärts stürzenden Gebirgsstrom mit gefährlichen Stromschnellen und tödlichen Riffen. Ihr Raumschiff würde ständig in eine der mehr oder weniger großen zylindrischen, schlauch-, kugel- oder eiförmigen „Wasserhosen“ des Raumes geraten und hineinfallen, wie der Tiger in die Fallgrube, nur um an einem anderen Ende wieder hinauskatapultiert zu werden.

Diese titanischen Sog- und Fliehkräfte erzeugenden „Strudel-Giganten“ des Raum - Ozeans spielten mit ihrem Raumkreuzer, wie die haushohen Wellen einer sturmgepeitschten See mit einem Pingpongball. Wie weiter oben schon erwähnt, können nichteinmal Lichtwellen dieses Raumblasenlabyrinth geradlinig durchqueren.
Sie werden von den Sogfeldern nicht nur abgelenkt, sondern erfahren auch eine Rotverschiebung. Das umso mehr, je öfter sie solche Sogfelder durchqueren. Sie müssen sie ja hauptsächlich quer zur Strömungsrichtung der rotierenden Wasser des Raumes passieren. Dadurch ändert sich die Lichtfrequenz hin zu den langen Wellen, dem roten Licht.

Abbildung 107

Rotverschiebung – Ausgangspunkt der Urknalltheorie“

Urheber: Bildbearbeitung und Text: O. Jung, 2018

 

Nach dem Weltbild der Kosmologen trat unser Universum mit Zeit, Raum und Materie durch einen so genannten Urknall ins Dasein. Der Vater dieser Urknalltheorie ist der nordamerikanische Astronom Edwin P. Hubble (1889-1953). Er wies in den Spektren der meisten Galaxien nach, dass das von ihnen ausgesandte Licht eine Rotverschiebung aufweist. Da Licht sich nach dem Verständnis der Relativisten in elementspezifischen Intervallen als Teilchenstrom durch einen leeren Raum ausbreitet, kam als Verursacher dieses Phänomens nur der Dopplereffekt in ... weiterlesen

Abbildung 108

"Newton mit Prisma"

Quelle der Vorlage: Privates Bildarchiv

Urheber: Nicht bekannt

Bildbearbeitung und Text,

Urheber: O. Jung

 

Den allergrößten Teil ihrer Erkenntnisse gewinnen die Astro-nomen durch Spektralanalyse. Das ist ein Verfahren mit dem man indirekt die chemische und physikalische Beschaffenheit von Himmelskörpern nachweisen kann. Dabei wird das von ihnen abgestrahlte Licht durch optische Apparaturen in seine Spektralfarben zerlegt. Wie es Newton auf dem Bild zeigt, erreicht man die Lichtbrechung durch ein Prisma oder wie bei einem Regenbogen durch Dispersion.

Abbildung 109

"Lichtbrechung - Spektralfarben"

Quelle der Vorlagen: Privates Bildarchiv

Urheber: Nicht bekannt

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Um etwas über entfernte Himmelskörper zu erfahren müssen die Astronomen nicht extra dort hinreisen. Es genügt schon wenn sie ihr Licht untersuchen. Dabei kommt ihnen gelegen, dass jedes chemischen Element ein unverwechselbares Spektralmuster besitzt. Wird das Licht zwischen Lichtquelle und Messapparatur verändert, macht sich das durch eine Änderung des elementspezifischen Spektrums bemerkbar. ... weiterlesen

Als der amerikanische Astronom und Begründer der modernen extragalaktischen Astronomie, Edwin Powell Hubble im Jahr 1929 das von Galaxien ausgesandte Licht untersuchte, stellte er bei den Spektrallinien fest, dass das tatsächlich der Fall ist. Die Ursache dafür wird aber bis heute auf den Dopplereffekt zurückgeführt. Dabei handelt es sich um ein nach dem österreichischen Physiker Christian Johann Doppler benanntes Phänomen, das bei allen Wellen auftritt und sich beim Schall wie der Schrei des Eselchen anhört. Kommt eine Schallquelle auf uns zu, verkürzt sich die Frequenz der Schallwellen zu den hohen Tönen und wir hören sein „iiiih“. Entfernt sie sich von uns, verschiebt sich die Frequenz zu den langen Wellen, den tiefen Tönen, und es ertönt sein „aaaah“.

Im übertragenen Sinne sagen alle Galaxien die ihr Licht auf die Erde schicken „aaaah“. Die Astronomen führen das auf den Dopplereffekt zurück und gehen davon aus, dass sich alle kosmischen Lichtquellen von uns entfernen. Das gilt als Beleg für die Expansion des Weltalls und ist einer der Hauptpfeiler für die Urknalltheorie. Sollte die Wissenschaft eines Tages ein Trägermedium für die Elektromagnetischen Wellen einführen, wird sie feststellen, dass der Raum von rotierenden Feldern des Mediums durchsetzt ist. Sobald das Licht sie durcheilt, werden die Lichtwellen länger. Der kleine Anteil der Rotverschiebung im Lichtspektrum, der dann noch für den Dopplereffekt übrig bleibt, reicht nicht aus um die Urknalltheorie zu rechtfertigen und die Astrophysiker müssen über die Entstehung der Welt neu nachdenken.

Dass sich Wellen verändern wenn ihr Trägermedium rotiert können wir sehr schön hören, wenn wir Wasser in einem dünnwandigen Trinkglas mit einem Kaffeelöffel umrühren. Der Ton den der Löffel dabei an der Glaswand erzeugt wird immer dunkler je schneller das Wasser im Glas rotiert. Wie die Lichtwellen im Weltraum, so breiten sich hier die Schallwellen hauptsächlich quer zur Strömungsrichtung des Wellenträgers aus und werden zu den langen Wellen, den dunklen Tönen verschoben bevor wir sie wahrnehmen. Die Ursache dafür hat aber nichts mit dem Dopplereffekt zu tun. Das wissen wir ja schon durch das Gedankenexperiment mit der Schallwellen erzeugenden Pressluftpfeife.


Bewegung, Schwingung und Welle

Worin besteht nun der Unterschied zwischen Bewegung, Schwingung, Welle und Strahlung? Von allen kann man sagen, dass sie Energie sind die sich im Raum ausbreitet. Im Allgemeinen sprechen wir von Bewegung, wenn dadurch ein Körper in einer bestimmten Zeit seinen Ort ändert. Von Schwingung und Welle, wenn Teile oder Teilchen eines Stoffes periodische Hin- und Herbewegungen ausführen. Beginnen benachbarte Teilchen nacheinander in regelmäßigen Abständen zu schwingen, entstehen fortschreitende Wellen. Strahlung wird in der modernen Physik ebenfalls als Welle beschrieben. Die frühere grundsätzliche Unterscheidung zwischen Strahlung und Welle hat sich als unhaltbar erwiesen.

In allen Fällen handelt es sich um einen Vorgang, bei dem Teilchen oder Teile eines Stoffes sich nichtgeradlinig bewegen und Bewegungsenergie transportieren. Darum sind die Begriffe Bewegung, Schwingung, Welle und Strahlung austauschbar. Das heißt, wer oder was auch immer durch den von rotierenden und pulsierenden Raumblasen durchsetzten Raum reist, kann dies nur in Hin- und Herbewegungen tun. Er muss sich sozusagen hindurchschlängeln. Die wahre Ursache und Grundlage der Welt, die Sokrates seinem Gesprächspartner aufzeigen wollte, ist also Wellenbewegung oder Schwingung. Eine Bewegung, die der Fortbewegungsart einer Schlange gleicht.

Die Schlange, Symbol für Schwingung

Damit kommen wir an ein Symbol, dass wohl in allen Kulturkreisen der Antike anzutreffen ist, an das „Schlangensymbol“. Wer einmal eine Schlange beobachtet hat, wird zugeben müssen, dass Schlange und Schwingung vieles gemeinsam haben. Beide sind nicht in der Lage, sich geradlinig fortzubewegen, beide bewegen sich vorwärts durch Expandieren und Kontrahieren, beide bestehen aus einzelnen, aufeinanderfolgenden Gliedern, Rippen oder Teilen, wo eines dem anderen nachfolgt, beide ziehen ihre Beute in sich hinein.

Aus allen diesen Gründen ist die Schlange als Symbolträger für den physikalischen Sachverhalt einer Schwingung bestens geeignet und wurde von den Überlieferern auch in diesem Sinne benutzt. Für sie war Wellenbewegung die Ursache für das Entstehen und den Fortbestand von Weltsein und Leben. Darum wurde die Schlange früher bei vielen Völkern als Schöpfergott verehrt.

Abbildung 110.          Bildbearbeitung und Text, Urheber O. Jung

 

Der Schlangentanz der Vendas

 

Die augenfälligste Schlangenverehrung veranstalten noch heute die „Vendas“. Dieser Negerstamm lebt im Grenzgebiet von Rhodesien, Südafrika und Mozambique. In ihren Dörfern pflegt man bis zum heutigen Tage uralte Traditionen. Beim Wechsel von der Gruppe der Jugendlichen in die der Erwachsenen, der für die jungen Vendas der entscheidende Schritt ins Leben ist, tanzen sie beim großen Einweihungsfest den „Schlangen-Tanz“. Er ist der Höhepunkt des Einweihungsrituals.

Vom Rhythmus der großen Domba Trommel erfasst, winden sich die Venda-Mädchen wie eine Schlange über den heiligen Platz. Körper an Körper, so bilden sie die Schlange und ahmen dieses Tier in seinem Verhalten nach, weil es ihr „Symbol der Schöpfung“ ist. Während des langen Tanzes lassen sie einander nicht mehr los und tanzen bis zur völligen Erschöpfung. Sie sind sicher, wenn die Schlange stirbt, dann vergeht die Welt! Erst wenn sie wieder tanzt, ersteht sie erneut.

Abbildung oben 111

Abbildung links 112

„Der Schlangentanz der Vendamädchen I“

Quelle: Privates Bildarchiv

Urheber: Dieter Blum

Bildbearbeitung und Text,

Urheber: O. Jung

 

Die Vendas sind ein Stamm des Bantuvolkes im Osten des schwarzen Erdteils. Zu ihnen gehören etwa 290.000 Menschen. Bei ihnen haben sich Sitten und Riten erhalten, die für das traditionelle Afrika typisch sind. Nur ganz selten durften Fremde die Geheimzeremonien, wie das große Einweihungsritual dessen Höhepunkt der Schlangentanz ist, miterleben oder fotografieren. Eine solche Erlaubnis ist ein ungewöhn­licher Vertrauensbeweis. Zwei von den wenigen Europäern denen dies zuteil wurde waren der französische Afrikaforscher Marcel Griaule und der deutsche Fotograf Dieter Blum.

Abbildung 113

Der Schlangentanz der Vendamädchen II“

Quelle: Privates Bildarchiv

Urheber: Dieter Blum

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Die Voraussetzung für die Einweihung, die den Afrikaner von einer Altersklasse in die nächst höhere führt, ist seine Erziehung im „Heiligen Wald". Die Altersklassen sind Stationen in seinem Leben die ihn von einer Lebensstufe zur nächsten führt. Im allgemeinen werden vier Altersgruppen unterschieden: Die Kinder, die Jugendlichen, die Erwachsenen und die Alten und Weisen. Jeder Übergang von einer Lebensstufe in die andere wird mit einer „Einweihung“ feierlich besiegelt. ... weiterlesen

Rudra – der Schlangengott

Diese Ansicht teilen sie nicht nur mit den altindischen Weisen, die ihren Gott „Rudra“ ebenfalls als Schlange symbolisierten und sagten: „Wenn Rudra, dem alle Welten eingewoben, sich zusammenringelt, welken alle Welten dahin, wenn er sich wieder aufringelt, erstehen sie erneut“! Die Wissenden aus allen früheren Kulturepochen waren aus guten Gründen derselben Ansicht.

Shiva und Rudra sind wesenseins. Sie gehören nur verschiedenen Epochen an. In den Veden ist Shiva ein unbekannter Name. Erst im Rig Veda wird der Durchdringer Rudra genannt. Auch er ist die Personifizierung des Dreigestirns Bewegung. In der Upanischad gibt es eine sehr schöne Allegorie, die das belegt. Sie beginnt damit, dass die Götter zur Himmelswelt gehen und den Rudra fragen: „Wer bist Du?“, und Er antwortet:

„Ich bin der „Eine“, ich war als Erster da. Außer mir gibt es keinen Anderen! Ich bin der, der aus dem Inneren in das Innere drang. In das Innere der Welträume ging ich ein! Ich bin ewig und nichtewig. Offenbar und nichtoffenbar, brahman und nicht-brahman. Ich bin östlich, westlich, südlich, nördlich. Ich bin männlich, weiblich, sächlich! Ich bin das Unendliche! Ich bin der ganze Kosmos. Das Schicksal, Todesgott und Tod. Das Todlose auch! Das All, das grobe und das feine, das lichte und das dunkle. Alle bin ich! Das Ganze, das Ewig-Wirkliche, - Alles!“

Dieser „Eine“ war in früheren Epochen auch Weisen anderer Kulturkreise bekannt. So nannten ihn zum Beispiel die Ägypter „TEUT“, die Araber „ALLA“, die Perser „SIRE“, die Chaldäer „AMEN“, die Magier „ORSI“, die Kabbala „JHVH“ und die Lateiner „DEUS“, dem der Pater Johannes Lorenzo Anania die vier Buchstaben „GOTT“ hinzufügte.

Für die geistigen Urheber der Paradiesgeschichte ist es ebenfalls die Schlange, die Schwingung, die dem Adam, hebräisch Mensch, Erdling, Erdensohn, den „Welten-Apfel“ zum Weltenessen darreicht. Weil die Erde in Form und Aufbau einem Apfel ähnelt, hat er vermutlich dem „Reichsapfel“ Karls des Großen als Vorlage gedient.

Abbildung 114

Links: „Der Weltenapfel“

Urheber: O. Jung

Rechts: „Der Reichsapfel“

Quelle: Weltliche Schatzkammer Wien

Bildbearbeitung und Text,

Urheber: O. Jung

 

Der Apfel den Eva in der Paradiesgeschichte vom Baum der Erkenntnis pflückt um Adam zu verführen davon zu essen, ist sinnbildlich der „Weltenapfel". Damit ist die gesamte Welt gemeint. Diese besteht aus einer mit Schau- und Lebenskraft begabten feinstofflichen Schale und einem grobstofflichen leblosen Kern. Der Schalenbereich heißt in den Überlieferungen „Himmel“ und die materielle Welt im Mittelpunkt „Erde“. Der Apfel wurde zu ihrem Sinnbild, weil er unserem Heimatplaneten in Form und Aufbau ähnelt. Das Apfel-Symbol hat vermutlich dem „Reichsapfel" Karls des Großen als Vorlage gedient. Dieses Herrschaftszeichen geht auf den Globus der Römer zurück. Die Grundform entspricht weitgehend dem Anchkreuz.

 

Abbildung 115

Weltenapfel und Anchkreuz“

Links: Karl der Große mit Wappen, Krone, Schwert und Reichsapfel.

Quelle: Albrecht Dürer, 1513, Germ. Nationalmuseum, Nürnberg.

Rechts: Stele aus Senbef und Ipta mit der Lebensschleife, dem ägyptischen Anch - Kreuz.

Quelle: Osiris - Heiligtum in Abydos, XII. Dynastie. Kunsthistorisches Museum, Wien.

Bildbearbeitung und Text, Urheber: O. Jung

 

In den Überlieferungen ist die Krone das Symbol für „Herrschen“ und Schwert das für „Verstand“. Wenn z. B in der Bibel steht (Math. 10.34 / Luk. 12.51): ... weiterlesen

Abbildung 116

Bildmitte: „Horus als Falke mit Sonnenscheiben“

Quelle: Grab des Tut-anch-Amun

Links und rechts: Die Herleitung des Anch- und Apfelsymbols

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Der Falke mit drei Sonnenscheiben war als Brustschmuck einer der wichtigsten Grabbeigaben des Tut-anch-Amun. Er stellt den Königsgott Horus in Gestalt eines Falken dar. Auf dem Kopf und zwischen seinen Fängen trägt er Sonnenscheiben. Die im linken, unter dem vollständigen Anch, steht für das „Sonnenauge“, die Schaukraft in der Himmelswelt. ... weiterlesen

Kleopatra: Eines ist alles

 

Weil Wellen oder Schwingungen Bewegungszustände sind, muss es auch hier das Dreigespann Bewegtes, Beweger und Medium geben. Dass das so ist, erfahren wir von einer frühen Gelehrten die sich Kleopatra nannte. In ihrem Buch „Chrysopeia“, was Goldmacherkunst bedeutet, zeichnete sie eine Schlange die sich in den Schwanz beißt und schrieb in den so entstehenden Kreis „Eines ist alles“. Da der Kreis das Symbol für den oder das Unendliche ist und Schlange für Schwingung steht, besagt der Rebus der Kleopatra „Schwingung im Unendlichen ist alles!“

Wir würden heute sagen: Ein Schwingendes Feld ist alles. Was es mit dem Unendlichen auf sich hat, sagt uns Kleopatra in den drei konzentrischen Kreisen. Dort heißt es: „Einer ist Alles, durch ihn ist Alles, für ihn ist Alles und in ihm ist Alles“. Das Gleiche lehrt uns die Bibel in Pauli 1/V15-17 indem sie uns wissen lässt: „Er, der unsichtbare „Gott“ ist alles, durch „Ihn“ ist alles, für „Ihn“ ist alles und es bestehet alles in „Ihm“!“

Abbildung 117

Eines ist Alles – Axiom der Hermeten“

Quelle links: M. Berthelot, Les origines de l’ alchimie, Paris, 1885

Quelle rechts: Kupferstich, Werkstätte des M. Merian, um 1600

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Die Abbildung links ist die Kopie einer Zeichnung aus der Chrysopeia der Kleopatra. Sie war eine sehr frühe Gelehrte die ihre Erkenntnisse vermutlich ebenfalls den Gefallenen Engeln verdankte. Mit den drei Worten „Eines ist Alles“ hat sie uns wohl die kürzeste Weltformel hinterlassen. Dieses Axiom der Hermeten wird hier vom „Quroboros" umgeben. Die schwarz und weiß gezeichnete Schlange die sich in den Schwanz beißt, steht hier für den Läuterungsprozess der Seele des Adepten der sich mit dem Absoluten einen will.... weiterlesen

Abbildung 70. Urheber: O. Jung

Weil die Welt für die geistigen Urheber solcher Aussagen Bewegung ist und außerdem nichts, wie es Sokrates formulierte, ist dieser „Eine“ auch bei Schwingungen Beweger, Bewegtes und Medium in einem. Außer diesem Einen in seinen unendlich vielen Bewegungs- oder Schwingungsformen gibt es nichts. Dieses schwingende Feld wird von der Aktivität in den Urwassern hervorgerufen die den Raum lückenlos ausfüllen.

Obwohl wir sie unter drei Aspekten betrachten, bilden sie dennoch eine nicht zu trennende Einheit. Sie sind so unlösbar miteinander verbunden wie das Nasssein mit dem Wasser. Dieses „Eine“ ist elternlos heißt es in den alten Texten. Das bedeutet es hat keine Ursache auf die man es zurückführen könnte. Es wurde nie hervorgebracht und kann daher auch niemals vergehen.

Aktivität lässt sich in vier Grundschwingungsarten unter-teilen

Das gilt auch für die Aktivität. Sie lässt sich aber in vier Grundschwin-gungsarten unterteilen.

  1. Den „Querwellen“, die wir auf jeder Wasseroberfläche beobachten wenn wir einen Stein ins Wasser werfen. Sie heißen so, weil die angeregten Wasserteilchen quer zur Ausbreitungsrichtung der Wellen schwingen.
  2. Den „Längswellen“, die wir in der Luft beim Sprechen oder Singen hervorrufen. Dabei schwingen die angeregten Luftteilchen in der Bewegungsrichtung der Wellen.
  3. Den „Wirbel“. Er schwingt um ein Zentrum, verhält sich träge und muss zu einer Ortsänderung erst durch Außeneinflüsse gezwungen werden.
  4. Den „Pulsar“. Eine Schwingung die durch einen inneren Bewegungsdrang von innen nach außen schwingt und durch die im Inneren entstehenden Sogkräfte zur Umkehr gezwungen, wieder von außen nach innen. Auch er verhält sich träge.

Alle vier erzeugen durch ihre Schwingungsenergie in ihrem Trägermedium Sogkräfte. Die Querwellen oben und unten, die Längswellen vorne und hinten und die Wirbel und Pulsare in ihren Zentren. Vermutlich sind sie mit den vier Grundkräften unserer Wissenschaft identisch die die materielle Welt zusammenhalten. Weil sich bei den vier Grundschwingungsarten der Vergleich mit einem Vogel aufdrängt, haben die Überlieferer für den physikalischen Sachverhalt der welterzeugenden und welterhaltenden Schwingung magische Vögel, fliegende Schlangen oder Drachen erfunden.

Die Längs- und Querwellen sind dabei symbolisch „die Schwingen der geheimnisvollen Tiere“, denn damit bewegen sie sich durch ihr Trägermedium wie die Vögel durch die Luft. Die Wirbel und Pulsare ihre Beine, weil sie „stehende Wellen“ sind die von sich aus ihren Ort nicht ändern und die vier Grund- oder Greifkräfte ihre vier Fänge. Denn wie die Greife, die Tagraubvögel, fangen sie damit alles was in ihre Reichweite gerät und halten es fest.

 

Abbildung 118

Fliegende Schlangen – Symbol für Schwingung“

Quelle: Tal der Könige, Ägypten

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Von solchen geflügelten Fabelwesen wird in den Überlieferungen der verschiedensten Kulturkreise berichtet. So überliefert uns z. B. der Phönizier Sanchuniathon, 1250 v. Chr.: „Die Energie dieser Schlange (Schwingung) ist außergewöhnlich. ... weiterlesen

Abbildung 119

Quroboros – Schlange – Weltenei“

Quelle: Privates Bildarchiv

Urheber: Nicht bekannt

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Links: Verschlingt sich die Schlange, wird der Kreis den sie beschreibt immer enger. Das entspricht dem schrumpfenden Weltall wenn der Superpulsar von außen nach innen schwingt. Speit sie sich wieder aus, vergrößert sich dieser Kreis. Das entspricht dem expandierenden Weltall. Vorder- und Hinterläufe stehen für die vier ... weiterlesen

Abbildung 120

Der Merkur der Philosophen“

Quelle: Della tramutatione matallica, Brescia, 1589

Urheber: Giovanni Battista Nazari

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Giovanni Battista Nazaris alchimistischer Drache ist ein Abkömmling des alten gnostischen Quroboros. Der Italiener hat hier ein mit bedacht entworfenes Sinnbild geschaffen in das er sein hermetisches Wissen eingearbeitet hat. Sein Monstrum hat Flügel an den Fersen weil er so schnell ist wie der Planet Merkur der ja in 88 Tagen einmal um die Sonne rast. Die Schuppen weisen auf den... weiterlesen

Abbildung 121

Nur für die Kindlein“

Quelle: Das Weltreich der Magie

Urheber: E. A. Hitchcock

Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Nil nisi parvulis, „Nur für die Kindlein“. Der Drache umringelt ein Kind auf einem großen Schatz. Er symbolisiert das einzig Erstrebenswerte, die Einung mit Gott. Diesen Stein der Weisen findet nur, wer unschuldig ist wie ein Kind. In Bezug auf den Anfang des Weltwerdens symbolisiert das Kind hier auch den werdenden Menschen, den ... weiterlesen

Abbildung 122 „Der Wind hat es in seinem Bauche getragen“ Quelle: Kupferstich aus Scrutinium Chymicum, Frankfurt, 1687 Urheber: Michael Majer Bildbearbeitung und Text: O. Jung

 

Das nebenstehende Bild ist eine Illustration zum Text der Tabula Smaragdina Hermetis. Der Wind hat es in seinem Bauche getragen bedeutet: „Die verborgenen, unsichtbaren Bewegungen des Feinstofflichen tragen ihn in ihrer Gebärmutter, den werdenden Menschen, das uralte Kind. Nach einer Überlieferung wurde dieses Dokument in den Händen der Mumie des Hermes gefunden, der in einer dunklen Grube in der großen Pyramide von Gizeh begraben lag. Es heißt Smaragdtafel und war das Credo aller Hermeten.   weiterlesen

Grundkräfte sind keine Primärenergien

Symbolisch befindet sich zum Beispiel der Erdkörper im eisernen Griff des Wirbels, der die Erdgravitation erzeugt. Die von den Wellen erzeugten Sogkräfte, die alles an sich reißen und festhalten oder in sich hineinziehen was in ihre Reichweite gerät, sind Kräfte, die mit anderen Wechselwirken. In unserer materiellen Welt kennt unsere Wissenschaft davon vier. Obwohl unsere Forscher das Wirken dieser vier Kräfte in den Apparaturen ihrer Forschungslaboratorien recht gut beobachten können, ist ihnen ihr wahres Wesen noch gänzlich unbekannt. Weil diese Kräfte die wechselseitigen Wirkungen der einzelnen Teile aufeinander bewirken, nannte man sie die „Vier Wechselwirkungen“ und ordnete sie nach ihrer Stärke.
 
Die erste, die „Starke Wechselwirkung“, die uns unter dem Begriff „Kernkraft“ besser bekannt ist, ist die Kraft, die die Kernbausteine des Atoms zusammenbindet und als Atomkern zusammenhält. Alle Atomkerne bestehen aus den elektrisch positiv geladenen Protonen, die sich gegenseitig abstoßen wie die gleichnamigen Pole eines Magneten, und den elektrisch neutralen Neutronen. In einem stabilen Atomkern sind die „Kernbindekräfte“ stärker als die abstoßenden elektrischen Kräfte in den Protonen. Wäre das nicht der Fall, dann würde es uns und unsere Welt nicht geben.

Ein Atomkern kann durch Neutronenbeschuss in zwei etwa gleichgroße Teile zerfallen. Dabei gibt er einen Bruchteil seiner „Kern-Binde-Energie“ als Atomstrahlung an die Materie der Umgebung ab, in der sie sich sehr rasch in Wärmestrahlung umwandelt, die alles für sie Erreichbare schmelzen oder verdampfen lässt. Wie ungeheuer stark die Kräfte der starken Wechselwirkung sind, führen sie uns in furchterregender Weise vor Augen, wenn ein geringer Prozentsatz ihres Energiepotentials in Atom- oder Wasserstoffbomben entfesselt wird.

 
Die zweitstärkste, die Kraft der „Elektromagnetischen Wechselwirkung“, ist verantwortlich für alle chemischen, elektrischen und magnetischen Vorgänge und damit auch für das Licht. Durch die Abläufe in chemischen Prozessen liefert sie nicht nur die Energie für unsere hochtechnisierte Welt, sondern ihr Wechselspiel zwischen Stromfluss und Elektromagnetismus lässt die gesamte Elektrotechnik funktionieren. Ob wir das Feuer in einem Ofen oder eine andere beliebige chemische Reaktion, ein elektrisches Gerät wie zum Beispiel einen Elektromotor, einen Computer, unseren Fernseher oder eine simple Glühbirne untersuchen, immer werden wir finden, dass die elektromagnetische Wechselwirkung ihre Hand im Spiel hat.

Sogar die erfreuliche Tatsache, dass wir unsere Umwelt sehen können, verdanken wir ihr, weil auch die Ausbreitung der elektromagnetischen Wellen, von denen das Licht eine schmale Bandbreite repräsentiert, ihrem Regiment untersteht. Dass die durch unsere Wahrnehmungsorgane eintretenden Licht-, Schall- und Tastdruckwellen von unseren Nervenbahnen geleitet und vom Gehirn verarbeitet werden können, ist ebenfalls ihrem Wirken zuzuschreiben.

 
Die dritte, die „Schwache Wechselwirkung“, spielt beim radioaktiven Zerfall eine Rolle. Weil ihr Wirken in unserer alltäglichen Erfahrungswelt nicht so augenfällig ist, will ich hier nicht näher darauf eingehen.
 
Die vierte und schwächste Wechselwirkung ist die Gravitation: Sie sorgt unter anderem dafür, dass wir nicht nach oben fallen und bestimmt den Lauf der Gestirne. Die ersten drei Grundkräfte regeln also die Abläufe im Kleinsten und Kleinen, die vierte und schwächste sorgt im Großen für Ordnung.
 
Die Sogkräfte aller vier Grundkräfte werden durch Bewegung erzeugt. Daher sind sie keine Primärenergien sondern sekundäre wie z. B. Elektromagnetismus. Auch er verdankt seine Existenz etwas Primärem, nämlich fließendem Strom. Das gilt auch für die Sogkräfte der vier Grundschwingungsarten. Wie das bei den Querwellen funktioniert, können wir sehr schön beobachten wenn wir einen Stein ins Wasser werfen.

Durch den Stein wird das Wasser aus dem Gleichgewicht gebracht. Teile des Wassers schwingen auf und nieder und es bilden sich auf der Wasseroberfläche Wellenberge und Wellentäler. Dadurch erzeugt das schwingende Wasser im Gravitationsfeld der Erde ein Ungleichgewicht das nach Ausgleich strebt. Dieses Augleichstreben entspricht den Sogkräften die durch Bewegung bei Querwellen erzeugt werden.

Bewegen sich Teile des Stoffes eines Mediums in eine Richtung entsteht hinter ihnen ein Sog. Bewegen sie sich nach unten entsteht dieser Sog über ihnen, bewegen sie sich nach oben, entsteht er unter ihnen. Dabei ändert sich ständig die Stärke der jeweiligen Sogkraft. Nimmt sie auf der einen Seite ab, nimmt sie auf der entgegengesetzten entsprechend zu und verursacht so das Wechselspiel der Vorzeichen.

Diese „Schwingungsernergie“, wie wir sie in diesem Falle nennen, sorgt solange für das periodische Wechseln der Vorzeichen, bis der Ausgleichs- oder Gleichgewichtszustand wieder hergestellt ist. Besteht bei einer Welle zwischen den entsprechenden Kräften von Über- und Unterdruck in einer dritten Richtung ein Ungleichgewicht, wie die Unwucht bei einem Autoreifen, breitet sich der schwingende Stoff in diese Richtung aus. In Bezug auf die Längswellen sagen die Überlieferer, diese Schwingung bewegt sich fort, wie ein hinkender, lahmender Mensch, der das gesunde Bein rasch nach vorn schnellen lässt, das kranke aber langsam nachzieht.

Weil jede Bewegung mehr oder weniger stark abgebremst wird, geschieht das solange bis die Bewegungsenergie aufgebraucht ist. Darum sind alle Wellen so genannte „gedämpfte“ Schwingungen. Freilich funktioniert das nur in einem elastischen Medium das unter Druck steht. In einem Vakuum können sich keine Wellen ausbreiten und das von den Sonnen ausgesandte Licht könnte unsere Erde nicht erreichen. Auch ein Ufo kann sich darin nicht fortbewegen. Das kann nur ein Raumfahrzeug das durch Rückstoß angetrieben wird wie unsere Raketen.

Selbst in der Luft können sich Schallwellen nur ausbreiten und Vögel und Fluggeräte darin fliegen, weil sie entsprechende Eigenschaften hat. Zum Beispiel ist sie elastisch und verhält sich durch den auf ihr lastenden Druck träge. Wenn Einsteins Relativitätstheorie falsch ist, dann gibt es auch den Ether, fälschlich Äther. Dieser füllt den gesamten Raum aus in dem sich die materielle Welt befindet. Auch er besitzt selbstverständlich Eigenschaften.

Zum Beispiel ist er ebenfalls elastisch, sonst könnten sich darin keine Wellen fortpflanzen. Da dieses hin und her schwingen des Ethers, der ja eine Elektromagnetische Welle ausmacht, durch das Wechselspiel von Druck und Unterdruck zustande kommt, muss auch er unter Druck stehen. Weil die Elektromagnetischen Wellen eine sehr hohe Frequenz haben und sich mit 300.000 Kilometer pro Sekunde ausbreiten folgt daraus, dass der auf dem Ether lastende Druck sehr hoch ist.

Wenn man feststellen will, wie groß der Druck ist, der auf der Luft lastet, muss man darin den größtmöglichen Unterdruck erzeugen. Der entspricht dann exakt dem Luftdruck. Im Ether kann unsere Wissenschaft noch keinen Unterdruck erzeugen. Sie leugnet ja, dass es ihn gibt. Trotzdem können wir uns eine Vorstellung davon machen. Die Atomkerne werden durch Sogkräfte zusammengehalten. Sie sind die stärksten Kräfte die wir kennen und heißen daher ja „Starke Wechselwirkung“.

Sie sind winzig klein und haben nur eine sehr kurze Reichweite. Erzeugt werden sie durch rasend schnell rotierenden oder pulsierenden Ether im Mikrobereich. Wie die sogkräfteerzeugenden Wirbel in unserem gewöhnlichen Wasser, setzen sie jeder Ortsänderung Widerstand entgegen. Das gilt auch für pulsierende Felder. Durch dieses Beharren verhalten sie sich wie materielle Teilchen und bilden das was wir Materie nennen.

Von der messbaren Sogstärke der „Kernbindekräfte“, die mit dem Unterdruck im Ether fast identisch sind, können wir nun ableiten, wie gigantisch der Druck ist unter dem der Ether an dieser Stelle steht. Der hohe Druck bestimmt nicht nur den Elastizitätsmodul des Ethers, der ein vielfaches höher ist als der vom besten Chrom-Vanadium-Stahl, sondern sorgt auch dafür, dass sich der Ether als Ganzes beharrend, also träge, verhält. Dieses Trägheitsverhalten ist die Voraussetzung dafür, dass entsprechend geformte Raumschiffe darin operieren können.

Ohne diese druckabhängige Eigenschaft des Ethers wäre das unmöglich. Warum das so ist, demonstriert uns alles was in der Luft fliegt. Ob Vogel, Flugzeug oder Helikopter, sie alle erzeugen mit ihren Flügeln in der über ihnen befindlichen Luft Sogfelder die sich träge verhalten und sie nach oben saugen. Weil die Flügel fest mit den Vögeln oder Fluggeräten verbunden sind, ziehen sie diese in die entsprechende Richtung. Reißen die Sogfelder ab, entsteht ein schnalzender Ton, der sich bei einem Hubschrauber wie lautes Motorengeräusch anhört.

Wie ein in der Luft erzeugter Sog Materie bewegt, können wir sehr schön beim Aufziehen einer Spritze beobachten. Ziehen wir am Kolben, entsteht unter ihm im Zylinder ein Unterdruck und saugt die Flüssigkeit ins Innere. Oder sollte man besser sagen, der Druck der auf der Außenluft lastet, drückt die Flüssigkeit hinein. Beides ist richtig. Hier ist es so wie bei einem zur Hälfte gefüllten Glas. Wenn man sagt, es ist halbvoll ist das richtig und wenn man sagt es ist halb leer, ist das auch richtig.

Halb voll oder halb leer existieren niemals als Singles. Das ist auch bei Druck und Unterdruck so. Jedes elastische Medium hat das Bestreben, einen ausgeglichenen Zustand einzunehmen. Entsteht durch äußere Krafteinwirkung ein Ungleichgewicht, ist es bestrebt diesen Zustand wieder herzustellen. Wie bei einer angestoßenen Schaukel ist das erst der Fall, wenn die Kraft die das Schwingen auslöste verbraucht ist. Dann herrscht wieder Ruhe.

Ungleichgewicht kommt dadurch zustande, dass in einem lokalen Bereich durch komprimieren mehr Druck herrscht und in einem anderen durch expandieren weniger. Solange diese beiden Größen nicht absolut gleich sind, ändern sie periodisch ihre Vorzeichen. Wirkt eine zweite Kraft auf das schwingende, rotierende oder pulsierende Feld ein, breitet es sich in die Richtung aus, in der diese Kraft gerichtet ist.


Die drei Schwingungsträger Akascha, Äther und Ether

Nach den Überlieferungen gibt es im Raum drei Schwingungsträger. Sie heißen dort Akascha, Äther und Ether. Sie unterscheiden sich allein durch den unterschiedlichen Druck dem sie ausgesetzt sind. Auf Akascha ist er am größten, gefolgt von dem auf dem Ether und zuletzt auf dem des Äthers. Dadurch breiten sich die Schwingungen in ihnen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten aus. Das hat zur Folge, dass sie darin jeweils verschiedene Eigenschaften hervorrufen.

Würde man den Raum mit einem Ozean vergleichen, wären die ihn füllenden Wasser Akascha, ihr gasförmiger Zustand, der Wasserdampf, Äther und ihr fester, das Eis, Ether. Die drei Aggregatzustände die sich durch unterschiedliche Schwingungszustände in unserem gewöhnlichen Wasser ausbilden mischen sich nicht. Das gilt auch für die Eigenschaften die durch Bewegungszustände in Akascha, Ether und Äther hervorgerufen werden. Im Ether zum Beispiel Trägheit und im Äther Schaukraft.

In der Raumblase die der Superpulsar in Akascha erzeugt, befindet sich der Ether im Zentrum, der Äther als mächtige Schale darüber und Akascha außerhalb ihres Machtbereichs. Er umgibt die Raumblase in der die anderen beiden existieren, wie das Wasser eines Ozeans eine Insel. Durch den Pulsschlag der Schöpfung spaltet sich Akascha in Äther und Ether auf, wie die Milch durch zentrifugieren in Sahne und Magermilch.

Das Wort „Äther“ bedeutet Himmelsluft. Er wurde auch Pneuma oder Geist genannt. Die Eigenschaften seiner Schwingungen sind Schaukraft und Erkennen, der Voraussetzung für Bewusstsein. Der Bereich in dem diese Eigenschaften im Superpulsar der Weltschöpfung vorherrschen wird in den Überlieferungen „Himmel“ genannt.

Die grobe Form von Akascha hieß „Ether“, was mit Wasser übersetzt wird. Ether ist die Seele des Stoffes weil seine Schwingungen das hervorbringen, was wir Materie nennen. Den Bereich in dem sie dominiert hieß „Erde“. Himmel und Erde sind strikt getrennt und in einer Welt so angeordnet, wie Eiweiß und Dotter in einem Ei. Das Eiweiß, das den Lebenskeim (Hahnentritt) enthält, symbolisiert den feinstofflichen- und der Dotter, der den in die materielle Welt herabgesunkenen Keim ernährt, den grobstofflichen Schwingungsträger.

Der grundlegende Unterschied zwischen beiden Schwingungsträgern ist ihr Trägheitsverhalten. Beim „Äther“ ist es sehr viel geringer als beim „Ether“. Auch hier verhält es sich wie bei Luft und Wasser. Wie das gemeint ist können wir spüren, wenn wir durch ein Schwimmbad gehen. Enthält es nur Luft, kommen wir schnell voran, denn wir werden bei unserer Ortsänderung nicht stark behindert. Ist es mit Wasser gefüllt, müssen wir sehr viel mehr Kraft aufwenden und kommen dennoch nur langsam vorwärts.

Wer technisch im alles durchdringenden Akascha Wellen erzeugen kann, der verfügt über ein Mittel, mit dem intergalaktische Kommunikation möglich ist. Die Geschwindigkeit der sich darin ausbreitenden Signale dürfte die Lichtgeschwindigkeit um viele Potenzen übersteigen. Sollten Intelligenzen auf anderen Planeten diese Möglichkeit bereits nutzen, um mit den Besatzungen ihrer überlichtschnellen Raumschiffe, oder ihren Nachbarn auf anderen Himmelskörpern zu kommunizieren, ist es auch für unsere größten und leistungsfähigsten Antennen mit denen wir in den Weltraum horchen nicht möglich, diese Signale aufzufangen, so wie es nicht möglich ist, nur mit unseren Ohren die Elektromagnetischen Wellen zu hören.

Wer mit Wellen Signale senden und empfangen kann die sich mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, wird sicher nicht versuchen, mit Radiowellen weit entfernte Empfänger zu erreichen. Aus diesem Grunde ist es meiner Meinung nach ziemlich unwahrscheinlich, dass uns jemand mit dieser Technik kontaktieren will. Die Hoffnung unserer Forscher solche Signale zu empfangen, wird sich daher wohl nicht erfüllen.